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Brushlettering für Linkshänder

IMG_1955…ist kein Hexenwerk. Zumindest kann ich das nach ca. 2 Wochen, in denen ich das Brushlettering für mich entdeckt habe, sagen.

Alle Grundlagen habe ich tatsächlich bei FrauHölle (Website | Instagram | Twitter) gelernt. Dünne Aufstiche, dicke (quietschende) Abstriche und die Verbindung aus beidem. Die Wichtigkeit von Gleichmäßigkeit und die Tatsache, dass Übung tatsächlich alles besser macht.

Wo liegen nun – nach meiner Erfahrung – die Schwierigkeiten beim Brushlettering für Linkshänder?

 

Das Werkzeug

Da ich nicht gleich recht teuer online bestellen wollte, kaufte ich im Bastelladen einen Brushpen von Edding und bereute es recht schnell. Die Spitze ist sehr weich und macht es schwierig dünne Striche zu zeichnen, da ich als Linkshänderin den Stift auch recht häufig über das Papier schieben muss. Das kennen die meisten von uns mit Sicherheit vom Füller.
Der Edding franste so auch recht schnell aus, ich war entmutigt und schon kurz davor es als „für Linkshänder unmöglich“ abzuschreiben.

Dann bestellte ich doch die von Frau Hölle fast heiliggesprochenen Dual Brush Pen von Tombow. Vor Ort gibt es sie bei Boesner, aber so einen haben wir in Erfurt leider nicht. Also ganz klassisch Amazon. Und schon der erste Strich war deutlich leichter als zuvor mit dem Edding. Die Spitze ist fester und kann – meiner Meinung nach – auch mehr ab. Mein Schwarzer ist nun etwas ausgefranst, aber das war auch das arme Versuchkaninchen und ich habe viel falsch gemacht.

Die Handhaltung

Zuerst habe ich es in meiner gewohnten Schreibhaltung probiert – Blatt um 90° gedreht und Hand unter der Schriftlinie. Das funktionierte leider nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Eine Googlesuche ergab, dass ich meine Handhaltung ändern muss. Von Unter- zu Oberhand.

IMG_1958 So schreibe ich normalerweise, da ich es mir mit dem Füller so angewöhnt habe. Ich verschmiere nichts und kann lesen, was ich schreibe. Und es ist nicht zu anstrengend für das Handgelenk.

 

 

 

 

 

 

 

IMG_1964

So schreibe ich mit den Brushpens. Von links nach rechts, wie es jeder Linkshänder vielleicht einmal in seinen Anfängen getan hat. Die Ausweichmechanismen (komplett über dem Schriftbild schreiben oder wie ich von unten) entwickeln die meisten erst nachdem sie frustriert sind, weil gerade mit Füllern nichts klappt.

 

 

 

 

 

Allgemeine Tipps

  • Langsam schreiben!
    Ich habe bisher noch nix vorzeigbares produziert, bei dem ich nicht mehrfach abgesetzt habe. Teilweise setze ich innerhalb von Buchstaben schon mehrfach ab.
    Die Langsamkeit gibt auch genug Zeit, damit die Farbe trocknen kann. Es lässt sich trotzdem nicht immer vermeiden mit dem Handballen etwas geschriebenes zu verwischen. Da hilft nur noch mehr Geduld und ein bisschen Beobachtung wann die Farbe trocken ist. Dies ist auch ein Vorteil der Tombow Stifte. Ein Koi Brush Pen, den ich auch getestet habe, brauchte ewig zum trocknen und schied so für mich auch aus.
  • Schriftlinien ziehen!
    Durch die ungewohnte Handhaltung ist es schwer auf einer Schriftlinie zu schreiben. Bis man sich dran gewöhnt hat, sollte man einfach mit Linien arbeiten und die evtl. später wegradieren. So kann man auch selbst herausfinden welches die optimale Größe zum Schreiben ist.
  • Winkel wechseln!
    Wenn man merkt, dass man dazu tendiert den Stift zu viel über das Papier zu schieben (gerade beim Wechsel von Abstrich zu Aufstrich), dann einfach noch einmal absetzen, den Winkel verändern und den Stift ziehen. Manche mögen jetzt denken „Das ist doch schummeln.“ Mag ja sein, aber die Ergebnisse zählen schließlich. Rechtshänder ziehen die längsten Aufstriche schließlich auch und müssen nicht schieben und gleichzeitig darauf achten nicht zu viel Druck auszuüben.
  • Nicht verzweifeln!
    Mir hilft es auf instagram den Hashtag #tombowlikealefty anzusehen und zu merken: Andere kriegen es auch hin! Anhand mancher Videos kann man sich auch für Handhaltung etc. etwas abschauen.
  • Üben!
    Ich schaue mir andere Letterings an, gucke was Frau Hölle so bei Persiscope macht und mache es nach. Auf diese Weise sehe ich, wenn ich so durch mein instagram scrolle, dass auch ich mich schon verbessert habe.

Einige meiner bisherigen „Werke“:

Wenn ihr noch explizite Probleme habt, könnt ihr mir auch einfach Kommentare hinterlassen und nachfragen.

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6 Comments

  • Reply
    mehrBüchermehr....
    Dez 29 at 16:47

    Gerade Deinen Beitrag entdeckt,

    ja, Linkshänder haben es in einer stark ausgeprägten Rechtshänder-Kultur nicht leicht. Das geht ja schon beim Handgeben los. Jeder Linkshänder nimmt automatisch die Linke Hand dazu ABER leider müssen wir uns da ja umerziehen, um uns der Gesellschaft „anzupassen“. Ich würde es viel besser finden, wenn da Rechtshänder genauso flexibel wären…… aber das nur am Rande.
    Deine Tipps bezüglich dieser Technik werde ich auf jeden Fall ausprobieren und sage DANKE dafür! :-)
    Die Ergebnisse sehen toll aus! :-) Daumen hoch dafür!

    Liebe Grüße
    mehrBüchermehr…. oder auch alias Amelie ;-)

  • Reply
    bernsteinzauber
    Jan 03 at 15:28

    Hallo :) Ich bin auch gerade dank Frau Hölle auf deinen Blockpost gestoßen und total dankbar dafür! Eigentlich bin ich kein ausgeprägter Linkshänder, aber der Stift liegt nunmal seit Anfang an besser in der linken Hand – so what? ;) Ich freue mich auf das Eintreffen meiner Stifte und des Papiers, und dann kann es endlich losgehen!

  • Reply
    Franzi
    Jan 08 at 10:31

    Juhu, danke für deinen Beitrag!
    Ich hab (auch durch Frau Hölle) vor 6 Tagen mit Brushlettering angefangen und war am verzweifeln…
    Dabei hab ich nur meine Handhaltung anpassen müssen. Es fällt einem Anfangs wirklich schwer als Linkshänder mit der Hand über die Schrift zu „wischen“, wenn man sein ganzes Leben versucht hat das zu vermeiden :D Aber nu schauts es auch bei mir auch ganz ansehnlich aus.
    Was so ein anderer Winkel schon so alles aus macht ;-)
    Ich quäle auch grade die Edding Brushpens, bin für den Anfang noch zufrieden mit denen. Da tut der Verlust noch nicht so weh, als wenn ich gleich so einen teuren Tombow verhunze. Die gibts dann erst, wenn ich mich verbessert hab :)

    Sehr schöne Werke hast du da übrigens gelettert!

    Liebe Grüe

    • Reply
      Karo
      Jan 09 at 18:48

      Huhu :)
      Ja es ist schon eine arge Umstellung für uns Linkshänder. Jahrelang arbeiten wir an unserer Handschrift und beim Brushlettering fangen wir wieder ganz von vorn an.
      Ich glaube ich hole mir auch nochmal einen Edding Brushpen. Hatte die ganz am Anfang und war nicht zufrieden, aber ich glaube jetzt wo ich weiß auf was ich achten muss, kann ich es nochmal wagen. Sie sind zum Glück nicht so teuer wie die Tombows und gerade beim schwarz würde es sich lohnen.

      Danke für das Kompliment :)

  • Reply
    Karin
    Jul 08 at 18:45

    Bin gerade über Frau Hölles Seite bei dir gelandet. Danke für den schönen ausführlichen Artikel, dann werde ich wohl mein Handhaltung auch versuchen zu ändern…das wird spannend und gefühlt muss man dafür das Schreiben noch mal komplett lernen…Ich bin gespannt Auf jeden Fall hat es bei dir geklappt, dein Lettering sieht toll aus ☺️

  • Reply
    Saskia Lepper
    Feb 24 at 21:30

    Danke für deine Tipps, ich schreibe genau wie du und habe gemerkt, dass das beim letteting nicht funktioniert. Ich habe sogar schon versucht mit rechts zu schreiben, dass ist in Bezug auf die Linien die ich produziere super, aber es fühlt sich falsch an und ich fühle mich nicht wohl. Nun trickse ich auch etwas besonders bei den overdrills die klappen mit links im Übergang von dünn zu dick nur wenn ich den dicken Strich auch als Aufstrich mache. Ich übe weiter und hoffe das es klappen wird.

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