Sommerliche Buchempfehlungen von Karla Paul

Schon zur Osterzeit gab es im ARD Buffet Buchtips von Karla Paul, die – wie schon in einigen meiner Posts deutlich geworden ist – einfach zu meinen Lieblingsmenschen gehört, was Literatur und Literaturempfehlungen angeht. Bisher war jeder Schuss – egal ob ARD Buchtipps oder abends mal fix auf Twitter nachgefragt – ein voller Treffer.

Foto: Yelda Yilmaz

Foto: Yelda Yilmaz

Da französische Woche im ARD Buffet ist, stehen auch die Buchtips unter diesem Motto. Eines davon habe ich sogar schon seit Wochen, auch dank Twitter, auf der Wunschliste und habe es am Montag im Buchladen meines Vertrauens gekauft und sofort angefangen. Und was soll ich sagen? Treffer – Versenkt.

Doch welche Bücher werden denn nun genau vorgestellt? Fangen wir mit dem aktuellen Treffer an.

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„Alles Licht, das wir nicht sehen“ von Anthony Doerr wurde dieses Jahr mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und erzählt die Geschichte des französischen Mädchens Marie-Laure und des deutschen Jungen Werner während des Zweiten Weltkriegs. Marie lebt als blindes Mädchen mit ihrem Vater in Paris und später bei ihrem Großonkel in Saint-Malo und Werners Weg verfolgen wir von Essen bis in das von der Wehrmacht besetzte Saint-Malo, wo sich ihre Wege kreuzen. Auf Werners Seite ist vor allem seine Liebe zu Radios und der damaligen Technik von Bedeutung, während es für Marie auch um ein besonderes Geheimnis geht…

So weit wie ich jetzt schon bin (so um Seite 350 rum), kann ich sagen, dass die Geschichte unheimlich liebevoll und detailliert erzählt wird. Die historischen Fakten sind präsent, aber nicht übermächtig, und die Sprache ist einfach überwältigend. Ich gestehe, dass ich selten Werke zum Zweiten Weltkrieg lese (auch als Historikerin), aber dieses hier hat es wirklich in sich zu einem meiner Lieblingsbücher zu werden. Dazu tragen auch die an sich recht kurzen Kapitel bei, die einen schnellen Wechsel der Sichtweisen gewährleisten, aber trotzdem nicht verwirrend werden. Leider ist da die „nur noch ein Kapitel“-Ausrede vor dem Einschlafen hinfällig.
Auf den ersten Blick mag es nicht nach leichter Sommerlektüre klingen, aber es ist auf jeden Fall extrem empfehlenswert!

Zu den anderen Büchern

„Shapespeare and Company“ steht bei mir schon auf dem Wunschzettel und erzählt die Erinnerungen Sylvia Beachs an ihren gleichnamigen Buchladen in Paris und die damit verbunden Geschichten.  Für mich interessant ist hier der Aspekt der Liebe zur Literatur und ich fühle mich dadurch ein wenig an „84, Charing Cross Road“ von Helene Hanff erinnert.

Bei „Brunos Kochbuch“ von Martin Walker geht es um die kulinarischen Seite von Walkers Bruno-Romanen. So kann auch der geneigte Leser nachfühlen wie das so ist mit dem Essen und dem Genuss im Périgord und – wenn ich mir die Rezensionen so zu Gemüte führe – ist ihm genau das gelungen. Appetitanregendes in Buchform. Essen und Sommer geht irgendwie immer!

„Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe“ von Alain Monnier ist allein schon vom Titel so herrlich amüsant, dass ich es auch sofort auf den Wunschzettel geschmissen habe. Maries bestellter Kühlschrank ist defekt und während eigentlich nur das Thermostat kaputt ist, trudeln nach und nach gleich 17 neue Kühlschränke bei ihr ein. Das Aufsehen ist so groß, dass sich wohl sogar die BILD der Geschichte annimmt.
Sowohl Titel als auch Inhaltsabriss versprechen gute Unterhaltung für laue Balkonabende und daher wird das Buch wohl so schnell wie möglich bei mir einziehen dürfen.

Mein persönliches Fazit: Karla setzt ihre Reihe mit klasse Empfehlungen fort. Bei vier Büchern ist eine unheimliche Bandbreite abgedeckt – ernstes bis amüsantes, aktuelles bis historisches und Roman bis Kochbuch – es müsste eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei sein. Und nun, liebe Leute, husch husch in den nächsten Buchladen eures Vertrauens.

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