Erfurter Herbstlese: (M)ein Rückblick

Drei Lesungen standen in diesem Jahr auf meinem Plan für die Erfurter Herbstlese: Ilja Trojanow (), Rafik Schami und Jenny Erpenbeck () Da nun alle Lesungen gehört und (fast) alle Bücher gelesen sind und sogar schon das Programm für die kommende Frühjahrslese steht, kommt hier ein kurzes Resumé.

Erfurter Herbstlese - Ilja Trojanow

Erfurter Herbstlese – Ilja Trojanow las in der Buchhandlung Hugendubel am Anger

Ilja Trojanow

…habe ich nun zum zweiten Mal bei einer Lesung erlebt und werde wohl auch ein drittes Mal eine Karte kaufen, sollte sich die Gelegenheit bieten.
Als witzigen und schlagfertigen Leser habe ich ihn schon beim ersten Mal in Erinnerung und das fand ich auch dieses Mal wieder.
Sein Buch „Macht und Widerstand“ habe ich immer noch nicht gelesen, werde es aber wohl meinem Freund zu Weihnachten schenken (und dann hoffentlich selbst in den Genuss kommen es zu lesen..selbstlose Geschenke kann ich gut..). Ich freue mich vor allem auf die den von Trojanow angekündigten Metodi, der oft durch seine nicht ganz jugendfreie Wortwahl auffallen soll.

Fazit: Gerne noch ein drittes Mal, Herr Trojanow.

Erfurter Herbstlese - Rafik Schami

Erfurter Herbstlese – Rafik Schami begeisterte die Zuhörer im Erfurter Kaisersaal.

Rafik Schami

…wird mir wohl sehr sehr lange in Erinnerung bleiben.

Er hat es geschafft einen ganzen Abend die Geschichte seines Buches zu erzählen, die doch immer etwas komplizierten Erzählstränge kurz aufs Wartegleis zu schieben (Sein Satz „Ich komme darauf zurück“ brachte irgendwann das ganze Publikum zum lachen) und am Ende die ganze Geschichte von Sophia auf den Punkt zu bringen. Eingestreut wurden Dinge zum politischen System Syriens, die nachdenklich machen, ob das, was die Bundesrepublik Deutschland gerade macht, überhaupt funktionieren kann.

Meine Ausgabe des Buches bekam ich bereits vor der Lesung signiert (Aussage des Autors: „Dann komme ich hinterher schneller zum Essen.“) und vor allem meine Markierungsklebchen fanden Anklang. Im Anschluss hielt mir das ZDF noch ein Mikrofon und eine Kamera vors Gesicht

Fazit: Der Erfurter Kaisersaal beschert mir immer wieder tolle Leseabende.

Erfurter Herbstlese - Jenny Erpenbeck

Erfurter Herbstlese – Jenny Erpenbeck las im etwas zu warmen Luthersaal des Erfurter Augustinerklosters.

Jenny Erpenbeck

…bildete den Abschluss meiner diesjährigen persönlichen Herbstlese und las aus ihrem Buch „Gehen, ging, gegangen“.

Leider war es aufgrund äußerer Umstände (wieso fallen in einer Lesung ca. 5 Mal irgendwelche Weingläser im Publikum um? Und wieso war es so warm in dem Saal?) etwas schwierig zu folgen. Zudem hatte ich das Gefühl, dass der Moderator versuchte sie durch manche Fragen in die Ecke zu drängen und einen falschen Eindruck zu vermitteln. Dies wurde mir erst bewusst, als ich das Buch im Nachhinein gelesen hatte. So fragte der Moderator, ob sich die Hauptfigur Richard nicht irgendwie über die Asylbewerber im Buch stellt, wenn er ihnen die Namen von griechischen Gottheiten gibt. Als ich davon das erste Mal hörte, war ich etwas entsetzt, da der Eindruck entstand, dass Richard dies mit allen tut – tut er aber nicht. Ich würde sogar sagen, dass die wenigsten Asylbewerber auf diese Weise noch einen zweiten Namen erhalten und es nicht passiert, weil er sich über sie erheben will, sondern weil es für ihn Gewohnheit ist mit Sagen und Mythen zu arbeiten. Das passiert nicht, weil er sich nicht die Namen merken kann oder sie nicht auseinander halten kann. Durch die Lesung (oder eher: Die Moderation) entstand für mich ein Eindruck, der mich – hätte ich das Buch nicht schon auf dem Kindle gehabt – vom Lesen abgehalten hätte.

Allerdings liest Jenny Erpenbeck hervorragend und der kleine Berliner Dialekt, der vielleicht für andere gar nicht hörbar ist, macht mich glücklich. Vielleicht schreibe ich daher nochmal zu einer anderen Zeit über dieses Buch, denn das ist wirklich wichtig und durch die momentanen Entwicklungen von unschätzbarem Wert.

Fazit: Ich bin dankbar, dass Buch gelesen zu haben, auch wenn die Moderation (und die äußeren Umstände) mich davon abhalten wollten.

Erfurter Herbstlese reloaded: Frühlingslese 2016

Ich werde jetzt in Ruhe durch das Programm der Frühlingslese stöbern und mich auf das Bücherjahr 2016 freuen.

Nils Schumann (hey, ich hab nen Leichtathleten daheim ^^), Jakob Hein und Richard Dawkins sprechen mich bisher am meisten an. Mal sehen was noch so dabei ist.

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