[Rezension] Willkommen in Night Vale – Joseph Fink/Jeffrey Cranor

Willkommen in Night Vale„Willkommen in Night Vale“ (im Original „Welcome to Night Vale, erschienen am 20.10.2015) erschien  am 19.03.2016 in deutscher Übersetzung, aber dank vorablesen.de und dem Klett-Cotta Verlag, begleitete es mich schon vorher für einige Tage.

Die Autoren Joseph Fink und Jeffrey Cranor veröffentlichen bereits seit 2012 zweimal pro Woche Geschichten aus Night Vale in Form eines Podcasts.

Die Einordnung als Fantasy-Roman ruft für manchen vielleicht eher die Vorstellung von Drachen, Rittern oder Zauberern hervor, aber Night Vale ist eine andere Art von Fantasy.

In diesem Sinne:

Alles ist in Ordnung
völlig in Ordnung
weitermachen

(Schlagzeile des Night Vale Daily Journal)

Zum Inhalt

Willkommen in Night Vale

Willkommen in Night Vale begleitete mich auch in die Leichtathletikhalle.

Night Vale, eine Stadt in der Wüste des Südwestens der USA, ist einfach anders und so anders sind auch seine Bewohner. Die Hauptpersonen sind Jackie Fierro, Diane und Josh Crayton. Jackie ist schon seit langer Zeit 19 Jahre alt und betreibt ein Pfandhaus. Eines Tages betritt ein Mann dieses Pfandhaus und gibt dort einen Zettel ab, auf dem „King City“ steht und dieser Zettel verfolgt Jackie nun, die herausfinden will, was es mit King City auf sich hat.

Diane hingegen ist Joshs Mutter, der vor allem dadurch auffällt, dass er ein Gestaltwandler ist. Die Wege von Jackie, Diane und Josh kreuzen sich auf der Suche nach dem geheimnisvollen Mann mit dem Zettel und Joshs Vater, der auch damit in Verbindung zu stehen scheint. Was die drei schlussendlich herausfinden und was es mit King City auf sich hat, soll hier jedoch nicht erwähnt werden 😉

Die Besonderheiten von Night Vale sind sowohl im Ort selbst, als auch in den Personen dort zu finden. Plastikflamingos, Engel (die aber nicht erwähnt werden dürfen) und Spinnen spielen genauso eine Rolle wie eine geheimnisvolle und gefährliche Bibliothek.

Sie fuhr nach Hause und suchte zusammen, was sie brauchte, um ein Buch auszuleihen: ein starkes Seil und einen Enterhaken, einen Kompass, eine Leuchtpistole, Streichhölzer und eine Dose Haarspray, einen scharfen Speer aus Holz und, natürlich, ihren Bibliotheksausweis.

Willkommen in Night Vale – Meine Meinung

Die Leseprobe, aufgrund der ich mich entschied mich um ein Leseexemplar zu bewerben, klang vor allem skurril und das mag ich. Es schien ein völlig absurdes Werk zu sein. Science-Fiction ist in Night Vale so alltäglich, dass die Bücher darüber in der Bibliothek weniger zensiert sind als die Sachbücher.

Diese Regale waren weit weniger von der Zensur betroffen als die zentrale Sachbuchabteilung, da Science-Fiction in der Regel von allgemein bekannten Alltagsdingen handelte.

Etwas besonderes sind für mich die durchaus liebevoll gestalteten Figuren in Night Vale selbst, auch wenn manche – wie Carlos – gern noch mehr Anteil hätten haben können. Bei jeder Figur denkt man „jetzt hab ich alles gesehen!“ und dann kommt doch noch einer um die Ecke, der das sprengt. Manchmal sind es auch nur die vielen Gestalten von Josh, die unterhaltsam sind. So ist es notwendig, dass seine Mutter die Regel festlegt, dass er nur in menschlicher Gestalt Auto fahren darf, da in Spinnengestalt seine Beine nicht lang genug seien.

„Hallihallo Jackie“, sagte Laura, die sich nur mit Mühe hinter dem Tresen bewegte, weil ihre dicken Zweige überall hängenblieben.

Es kann jedoch sein, dass dieses – für mich – fast schon dadaistische Werk einfach nicht für jeden etwas ist. Man muss schon arg auf Absurdität stehen, sonst sollte man „Willkommen in Night Vale“ nicht lesen. Auch der Stil findet vielleicht nicht bei jedem Anklang, ist er doch ab und an recht langatmig und schweift von der eigentlichen Erzähllinie ab. Mir persönlich fehlte an diesen Stellen einfach der rote Faden, der durch die Geschichte führt. Es wirkte eher wie wenn man im Kopf zu viel hat und so von einem Gedanken zum nächsten springt ohne den ersten fertig gedacht zu haben.

Insgesamt gesehen, hätte ich Night Vale vielleicht nicht so viel Beachtung geschenkt, wenn ich es einfach nur im Buchladen gesehen hätte und nicht durch die Leseprobe in den Bann gezogen worden. Das mag auch damit zusammenhängen, dass ich bislang nichts vom gleichnamigen Podcast wusste, der ja doch recht viele Fans zu haben scheint.

Die wichtigsten Fakten

9783608961379

Autoren: Joseph Fink und Jeffrey Cranor
Titel: Willkommen in Night Vale
Verlag: Klett-Cotta
Seiten: 370
ISBN: 978-3-608-96137-9
Preis: 19,95€
Erscheinungsdatum: 19.03.2016
Zusammenfassung: Night Vale, ein Städtchen in der Wüste. Irgendwo in der Weite des amerikanischen Südwestens. Geister, Engel, Aliens oder ein Haus, das nachdenkt, gehören hier zum Alltag. Night Vale ist völlig anders als alle anderen Städte, die Sie kennen – und doch seltsam vertraut.Link zum Buch

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