[Rezension] Das Seehaus von Kate Morton

Kate Morton - Das Seehaus„Das Seehaus“ erschien am Montag (29.02.) als fünfter Roman der australischen Autorin Kate Morton (geb. 1976)  im Diana Verlag, der mir das Buch dankenswerterweise schon vor Veröffentlichung zur Verfügung stellte.
Bücher wie „Der verborgene Garten“ und „Die fernen Stunden“ machten sie zur Bestsellerautorin; ihre Bücher wurden bisher in 32 Sprachen übersetzt und erscheinen in insgesamt 38 Ländern. So wurde auch „Das Seehaus“ mit Spannung erwartet…

Zum Inhalt

Zwei große Erzählstränge machen das Buch aus. Zum einen der, der sich auf die Familiengeschichte der Familie Edevane konzentriert und um die 1930er Jahre herum aufgebaut ist: 1933 verschwindet nach einer Familienfeier der jüngste Sohn der Familie spurlos und kann auch nicht mit hohem Polizeiaufkommen gefunden werden; auch eine Leiche wird nie gefunden. Die 16jährige Alice scheint in das Geheimnis um das Verschwinden des Bruders verwickelt zu sein, vergräbt sie doch in der Nähe des elterlichen Anwesens Loeanneth den vermeintlichen Beweis für ihre Schuld..
Siebzig Jahre später kommt Detective Sadie Sparrow nach einem beruflichen Fehltritt von London zu ihrem Großvater nach Cornwall und stolpert über das verlassene Anwesen der Familie Edevane und damit auch über die Geschichte des verschwundenen Theo. Als Polizistin fesselt sie der Fall und sie setzt alles daran ihn aufzuklären. Auch Alice Edevane, mittlerweile erfolgreiche Krimiautorin, hat nie wirklich mit dem Verschwinden des Bruders abgeschlossen und kreuzt Sadies Weg. Welche Rolle spielt sie und was geschah wirklich in dieser Mittsommernacht im Jahre 1933? Findet es selbst heraus 😉

Es war nicht so, als hätte Sadie plötzlich einen entscheidenden Hinweis gefunden, es war eher so, dass viele kleine Details sich in das große Bild eingefügt hatten. Dieser Moment, wenn die Sonne eine Winzigkeit höher steigt und ein vorher unsichtbares Spinnennetz mit einem Mal wie ein silbernes Gespinst schimmert.

Das Seehaus – Meine Meinungmomentaufnahmen_2016-Feb.-27

Ich habe, bevor ich das Buch bekommen habe, nicht viel darüber gelesen, sondern mich eher überraschen lassen. Dazu muss ich auch gestehen, dass ich nur auf Basis des Covers das Buch im Buchladen vielleicht nicht unbedingt gekauft hätte, da es für mich kitschiger wirkt, als der Roman wirklich ist. Klar spielt auch eine Liebesgeschichte eine Rolle, aber es überwiegt doch das Rätsel und das kriminalistische Element.

Die Handlungsorte konzentrieren sich auf das Seehaus Loeanneth in Cornwall und Sadies Wohn- und Arbeitsort London, wo auch Alice als alte Frau lebt, und das macht für mich auf jeden Fall immer einen Reiz aus. Cornwall kenne ich leider nicht live, aber London liebe ich ja bekanntermaßen. Und dank der wunderbaren Beschreibungen des Hauses zieht es mich nun genauso an wie es bei Sadie der Fall war.

Fast eine Woche war es her, dass Sadie Loeanneth entdeckt hatte, und seitdem war sie jeden Tag dort gewesen. Egal, in welche Richtung sie sich wandte, wenn sie zu ihrem morgendlichen Lauf aufbrach, sie landete jedes Mal in dem überwucherten Garten. Am liebsten saß sie auf dem breiten Rand eines steinernen Springbrunnens, von dem aus sie auf den See hinausblicken konnte.

Kate Morton schafft es, den Leser von vornherein immer wieder in die Irre zu führen und jedes Mal, wenn man – wie auch die Hauptfiguren – denkt, dass man das Rätsel jetzt gelöst hat, löst sich diese Sicherheit wieder in Luft auf. Wir sehen zudem über einen Zeitraum von 70 Jahren wie Familien in unterschiedlichen Zeiten funktionierten, wie die Idealvorstellungen sind und wie auch dies dazu beiträgt, dass das Rätsel nicht so einfach zu lösen ist. Daher sind zwar Sadie und Alice die vermeintlichen Hauptfiguren, aber auch die Geheimnisse von Alices Schwestern spielen eine Rolle und werden von Morton nach und nach enthüllt. Hilfe bekommt Sadie hierbei auch von einem Polizisten, der dem Fall 1933 zugeteiDie Charaktere sind allesamt sehr rund beschrieben und passen sich hervorragend in die Geschichte ein.

Es gibt also definitiv eine Leseempfehlung von mir für Leute, die a) Krimis mögen und/oder b) Familiengeschichten mit Geheimnissen mögen. Am besten ist es für diejenigen, die eine Kombination aus beidem mögen. Mir hat „Das Seehaus“ einige spannende Abende beschert und ich habe sogar beim Warten vorm Training weiterlesen müssen.

5stern

Weitere Links und Infos

Bereits im November traf Karla Paul Kate Morton zum Interview und sprach mit ihr über das neue Buch und Schreibblockaden. Das Interview könnt ihr hier lesen. Und hier habt ihr bis zum 6.März 2016 auch die Möglichkeit eine Ausgabe des Buchs und ein passendes Notizbuch (natürlich signiert) zu gewinnen.

Cover "Das Seehaus"Autor: Kate Morton
Titel: Das Seehaus
Übersetzt von: Charlotte Breuer und Norbert Möllemann
Seiten: 608
ISBN: 978-3-453-29137-9
Zusammenfassung: Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem Höhepunkt des Jahres entgegen, dem prachtvollen Mittsommernachtsfest auf dem herrschaftlichen Landgut ihrer Familie. Noch ahnt niemand, dass sich in dieser Nacht etwas Schreckliches ereignen wird. Ein Unglück, das so groß ist, dass die Familie das Anwesen für immer verlässt.
Siebzig Jahre später stößt Sadie auf das verfallene Haus an einem See. Sie geht den Spuren des Jungen nach, der in jener Nacht verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld …
Link zum Buch

Habt ihr „Das Seehaus“ schon auf der Wunschliste oder es vielleicht sogar schon gelesen? Oder habt ihr zuvor schon etwas von Kate Morton gelesen? Ich würde mich über eure Kommentare freuen.

Alles Liebe,
karo

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