[Lesung] Thees Uhlmann liest „Sophia, der Tod und ich“

Wie auch schon bei der Kate Morton Lesung im März, war die Buchhandlung Peterknecht wieder restlos ausverkauft und die besten Plätze schnell weg – diesmal war ich jedoch schneller da und bekam einen der gemütlichsten und buntesten Stühle. Mit einem Weinchen bewaffnet ging es los. Thees – auch mit Wein bewaffnet – klärte erstmal die wichtigsten Fakten: Wer teilt ihm die Zwischenergebnisse beim Fußball mit? Für den Posten fand sich natürlich schnell jemand. Als dann noch geklärt war, dass er tatsächlich das erste Mal an einem Stehpult lesen sollte, ging es los mit der Lesung…

Gelesen wurden insgesamt 4 größere Abschnitte: Kapitel 1, Kapitel 9, Kapitel 17 und Kapitel 32. Oder für diejenigen, die jetzt das Buch nicht vor sich liegen haben und blättern wollen: Die Startszene, in der der Tod and der Tür unseres Protagonisten klingelt, die Szene in der sich der Protagonist und seine (Ex)Freundin Sophia über deren Vater im Altersheim kennenlernen, die gemeinsame Zugreise unseres Protagonisten mit Sophia und dem Tod im Schlepptau und die letzte gemeinsame Nacht vom Protagonisten mit Sophia.

Zwischenstücke, die für den Verlauf der Handlung notwendig waren, erzählte er einfach selbst nach – immer mal wieder von einem Schluck (oder auch mehr) Wein, einer Anekdote oder dem aktuellen Fußballspielstand unterbrochen. So wundert es auch nicht, dass aus eigentlich geplanten 1 1/2 Stunden Lesung plötzlich 2 1/2 Stunden + Signierzeit wurden, was der Stimmung jedoch keinen Abbruch tat. Auch in der Signierschlange blieb es weitgehend friedlich, allerdings stand ich im ersten Drittel der Schlange und weiß nicht, wie es später wurde bzw. wie spät es wurde 😉

Bei den Anekdoten im Zwischenteil ging es sowohl um das Buch selbst (seine Entstehungsgeschichte) als auch Allgemeines aus dem Leben. Aufgrund dieser Anekdoten, die doch auch immer ein wenig an Gegebenheiten aus dem Buch erinnerten, musste mehrfach erwähnt werden, dass eventuelle Ähnlichkeiten zum Protagnisten reiner Zufall sind. Eine Geschichte, die er auch zum besten gab und die auch perfekt zum Fußball passte, war die wie er vom Kölner Express auf einem Foto mit den Toten Hosen fälschlicherweise nicht als Thees Uhlmann erkannt wurde, sondern kurzerhand zum englischen Eisverkäufer gemacht wurde. Das Bild findet sich auf auf Thees‘ Facebook Seite. Des weiteren erzählte er ein wenig vom unverhofften Erfolg des Buches, Gesprächen mit eingesessenen Feuilletonisten und der Beziehung zu seiner Mutter.

Am besten fasse ich den Abend zusammen, indem ich mal das zitiere, was ich schon im Kurzfazit zum Buch selbst schrieb, denn das, was für mich für den Roman zutrifft, passt auch zu Thees Uhlmann selbst recht gut.

„Sophia, der Tod und ich“ ist ein charmanter Roman, der den ein oder anderen wohl auch zum Nachdenken bewegt. Die flapsige Art von Thees Uhlmann mag aber nicht für jeden etwas sein – ich musste jedenfalls mehrfach herzlich lachen.

Auf jeden Fall liest Thees Uhlmann so, wie ich das Buch selbst in meinem Buch auch hatte – schnell und Ausdrucksstark und laut. Es ist einfach ein schneller Roman, mit einer flapsigen Art. Die Personen sind – für mich aber – nach wie vor sympathisch und der Tod sieht immer noch aus so wie in den Cartoons von Joscha Sauer und Ralph Ruthe, auch wenn ich weiß, dass er eigentlich eher Anzugträger ist und sich Morten de Sarg nennt. Vielleicht ist das aber auch einfach das humoristische Element, welches dieses Bild komplettiert.

Thees Uhlmann – Bildlich

Einige Bilder vom Abend habe ich auch noch für euch und andere gibt es noch auf der Facebookseite der Lieblingsbuchhandlung. Außerdem bin ich jetzt auch auf einem Foto vertreten, dass Thees vom Publikum machte und an Katrin Bauerfeind schickte..

Kurzinfos zu „Sophia, der Tod und ich“

5265710700001ZAutor: Thees Uhlmann
Titel: Sophia, der Tod und ich
ISBN: 978-3-462-04793-6
Zusammenfassung: Wie kaputt muss man sein, um bei jemandem an der Tür zu klingeln und zu behaupten, man sei der Tod? Was wie ein schlechter Scherz beginnt, ist der Auftakt zu einem hinreißenden, nicht enden wollenden Wortgefecht zwischen dem Tod und dem Erzähler, in dem es um Liebe, Freundschaft und Glauben, um den Lakritzgeschmack von Asphalt und das depressive Jobprofil des Todes geht. Gemeinsam machen sich die beiden auf den Weg zur Mutter und zu Johnny, dem kleinen Sohn des Erzählers, den er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat. Mit dabei: Sophia, die ruppig-souveräne und weise Exfreundin. Es ist eine Reise zwischen Himmel und Hölle, die geprägt ist von der Tollpatschigkeit, mit der sich der Tod begeistert durch die Welt der Lebenden bewegt, und Fragen aufwirft wie: Muss der Tod eigentlich pinkeln? Und wenn ja, wie macht er das? Und es geht um die große Frage, was denn besser ist, „to burn out or to fade away“?
Link zum Buch

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