[Lesung] Kate Morton in Erfurt

IMG_4076Am vergangenen Freitag (18.3.) wurden in meiner Lieblingsbuchhandlung wieder mal die Stühle ausgeklappt, um Kate Morton, Esther Schweins und Margarete von Schwarzkopf für eine Lesung zu empfangen.

Um 19.30 Uhr begann der Einlass und als ich um 19.35 Uhr ankam, war schon richtig viel los. Der Vorteil einer Lesung in der Lieblingsbuchhandlung ist aber, dass man die Wartezeit bis zur eigentlichen Lesung so hervorragend überbrücken kann. In meinem Fall ist das ein Glas Weißwein und ein ausgiebiger Blick in alle Regale, die mich so interessieren. Vor allem in der Jugendbuchabteilung ist mir einiges aufgefallen, was ich in den letzten Tagen schon auf Instagram gesehen habe und die Wunschliste wächst und wächst..

Nun aber zurück zum eigentlichen Thema. Margarete von Schwarzkopf moderierte und führte nach der Begrüßung durch den Inhaber Peter Peterknecht durch den Abend. Ihre Übersetzungen vom Englischen ins Deutsche und andersrum flossen nahtlos in die Moderation ein und störten mich tatsächlich überhaupt nicht. Es ist immer eine Freude, jemandem zuzuhören, der problemlos zwischen Englisch und Deutsch wechseln kann.

Leseanteil und Fragen verwoben sich zu einem rundherum runden Abend und es wurde einem nicht langweilig. Es wurde beispielsweise nach typischen Schreibprozessen oder auch der Ideenfindung gefragt. So erfuhr ich, dass Kate den Prozess von Schreiben und Editieren nicht so genau trennt und dazu tendiert ein Kapitel zu schreiben und es direkt danach in mehreren Versionen zu editieren – streichen, neu schreiben, vollenden. Ein neues Buch entsteht bei ihr dann, wenn sich 3 oder 4 schon existierende Ideen zu einer großen Idee zusammenfügen. Für „Das Seehaus“ waren das ein schönes verlassenes Haus, ein verschwundenes Kind und eine Mystery Story.

Sie berichtete auch, dass ihr bei „Das Seehaus“ auch ihre Erfahrung als Mutter weitergeholfen hat, denn eines der Kapitel ist aus der Sicht des 11monatigen Theo geschrieben. Hierfür hat sie einfach ihren Sohn Henry beobachtet, dem auch die Widmung am Beginn des Buches gehört. Solch persönliche Erfahrungen lässt sie nach eigener Aussage eigentlich nicht einfließen, aber trotzdem ist es gerade aufgrund dieser persönlichen Beobachtungen eines der Kapitel gewesen, die ihr am leichtesten fielen.
Lesung von Kate Morton in Erfurt

Positiv überrascht hat mich, dass Kate Morton selbst auch lesen durfte und man nicht davor zurückschreckte, mit einem englischen Leseanteil vielleicht Zuhörer zu vergraulen. Ich habe auch schon Lesungen erlebt, bei denen der englischsprachige Autor zwar anwesend war, aber leider mehr schmückendes Beiwerk war oder maximal bei Fragen aus dem Publikum zu Rate gezogen wurde. So las zunächst Esther Schweins, die auch die deutsche Version von „Das Seehaus“ eingesprochen hat, immer einen Teil des Buches und dann wurde zu Kate Morton gewechselt, die eine unwahrscheinlich angenehme Lesestimme hat. Schade, dass sie selbst ihre originalsprachigen Hörbücher nicht einspricht. Ich bin anfällig für gute Lesestimmen (Dieter Mann soll an dieser Stelle ein Beispiel sein) und das wäre sogar ein Kaufargument für Hörbücher, mit denen ich sonst nicht so warm werde.

Auch Esther Schweins wurde von Margarete vom Schwarzkopf in die Lesung eingebunden und nach ihren eigenen Erfahrungen mit „Mystery Stories“ gefragt und erzählte uns, dass sie bestimmte Rollen nun als Mutter anders sieht und sie durch diese Sichtweise weitaus schwieriger zu spielen sind.

Nach der Lesung hatte man natürlich noch die Gelegenheiten sich die Bücher zu kaufen und signieren zu lassen. Die Chance habe ich genutzt und meine mitgebrachte Ausgabe von „Das Seehaus“ signieren lassen – Kate ist wirklich eine wunderbar warme und herzliche Persönlichkeit!

Einige Bilder der Lesung, die die Buchhandlung Peterknecht auf ihrer Facebook-Seite gepostet hat, habe ich euch untenstehend eingebunden. Meine Rezension zum Buch findet ihr hier und das Interview, das Karla Paul (Buchkolumne.de) mit Kate Morton geführt hat hier.

Vielen Dank an den Diana Verlag, der es mir ermöglicht hat, diese Lesung zu erleben und an die Buchhandlung Peterknecht für den gelungenen Rahmen dieser Lesung, die mich auch dazu gebracht mir auf der Leipziger Buchmesse, über die ich auch noch näher berichten werde, gleich noch ein Buch von Kate Morton zu kaufen und das ist doch wohl das beste Resultat 🙂

Kurzinfos zu „Das Seehaus“

Cover "Das Seehaus"Autor: Kate Morton
Titel: Das Seehaus
Übersetzt von: Charlotte Breuer und Norbert Möllemann
Seiten: 608
ISBN: 978-3-453-29137-9
Zusammenfassung: Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem Höhepunkt des Jahres entgegen, dem prachtvollen Mittsommernachtsfest auf dem herrschaftlichen Landgut ihrer Familie. Noch ahnt niemand, dass sich in dieser Nacht etwas Schreckliches ereignen wird. Ein Unglück, das so groß ist, dass die Familie das Anwesen für immer verlässt.
Siebzig Jahre später stößt Sadie auf das verfallene Haus an einem See. Sie geht den Spuren des Jungen nach, der in jener Nacht verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld …
Link zum Buch

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