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Rezension

[Rezension] Das Seehaus von Kate Morton

Kate Morton - Das Seehaus„Das Seehaus“ erschien am Montag (29.02.) als fünfter Roman der australischen Autorin Kate Morton (geb. 1976)  im Diana Verlag, der mir das Buch dankenswerterweise schon vor Veröffentlichung zur Verfügung stellte.
Bücher wie „Der verborgene Garten“ und „Die fernen Stunden“ machten sie zur Bestsellerautorin; ihre Bücher wurden bisher in 32 Sprachen übersetzt und erscheinen in insgesamt 38 Ländern. So wurde auch „Das Seehaus“ mit Spannung erwartet…

Zum Inhalt

Zwei große Erzählstränge machen das Buch aus. Zum einen der, der sich auf die Familiengeschichte der Familie Edevane konzentriert und um die 1930er Jahre herum aufgebaut ist: 1933 verschwindet nach einer Familienfeier der jüngste Sohn der Familie spurlos und kann auch nicht mit hohem Polizeiaufkommen gefunden werden; auch eine Leiche wird nie gefunden. Die 16jährige Alice scheint in das Geheimnis um das Verschwinden des Bruders verwickelt zu sein, vergräbt sie doch in der Nähe des elterlichen Anwesens Loeanneth den vermeintlichen Beweis für ihre Schuld..
Siebzig Jahre später kommt Detective Sadie Sparrow nach einem beruflichen Fehltritt von London zu ihrem Großvater nach Cornwall und stolpert über das verlassene Anwesen der Familie Edevane und damit auch über die Geschichte des verschwundenen Theo. Als Polizistin fesselt sie der Fall und sie setzt alles daran ihn aufzuklären. Auch Alice Edevane, mittlerweile erfolgreiche Krimiautorin, hat nie wirklich mit dem Verschwinden des Bruders abgeschlossen und kreuzt Sadies Weg. Welche Rolle spielt sie und was geschah wirklich in dieser Mittsommernacht im Jahre 1933? Findet es selbst heraus 😉

Es war nicht so, als hätte Sadie plötzlich einen entscheidenden Hinweis gefunden, es war eher so, dass viele kleine Details sich in das große Bild eingefügt hatten. Dieser Moment, wenn die Sonne eine Winzigkeit höher steigt und ein vorher unsichtbares Spinnennetz mit einem Mal wie ein silbernes Gespinst schimmert.

Das Seehaus – Meine Meinungmomentaufnahmen_2016-Feb.-27

Ich habe, bevor ich das Buch bekommen habe, nicht viel darüber gelesen, sondern mich eher überraschen lassen. Dazu muss ich auch gestehen, dass ich nur auf Basis des Covers das Buch im Buchladen vielleicht nicht unbedingt gekauft hätte, da es für mich kitschiger wirkt, als der Roman wirklich ist. Klar spielt auch eine Liebesgeschichte eine Rolle, aber es überwiegt doch das Rätsel und das kriminalistische Element.

Die Handlungsorte konzentrieren sich auf das Seehaus Loeanneth in Cornwall und Sadies Wohn- und Arbeitsort London, wo auch Alice als alte Frau lebt, und das macht für mich auf jeden Fall immer einen Reiz aus. Cornwall kenne ich leider nicht live, aber London liebe ich ja bekanntermaßen. Und dank der wunderbaren Beschreibungen des Hauses zieht es mich nun genauso an wie es bei Sadie der Fall war.

Fast eine Woche war es her, dass Sadie Loeanneth entdeckt hatte, und seitdem war sie jeden Tag dort gewesen. Egal, in welche Richtung sie sich wandte, wenn sie zu ihrem morgendlichen Lauf aufbrach, sie landete jedes Mal in dem überwucherten Garten. Am liebsten saß sie auf dem breiten Rand eines steinernen Springbrunnens, von dem aus sie auf den See hinausblicken konnte.

Kate Morton schafft es, den Leser von vornherein immer wieder in die Irre zu führen und jedes Mal, wenn man – wie auch die Hauptfiguren – denkt, dass man das Rätsel jetzt gelöst hat, löst sich diese Sicherheit wieder in Luft auf. Wir sehen zudem über einen Zeitraum von 70 Jahren wie Familien in unterschiedlichen Zeiten funktionierten, wie die Idealvorstellungen sind und wie auch dies dazu beiträgt, dass das Rätsel nicht so einfach zu lösen ist. Daher sind zwar Sadie und Alice die vermeintlichen Hauptfiguren, aber auch die Geheimnisse von Alices Schwestern spielen eine Rolle und werden von Morton nach und nach enthüllt. Hilfe bekommt Sadie hierbei auch von einem Polizisten, der dem Fall 1933 zugeteiDie Charaktere sind allesamt sehr rund beschrieben und passen sich hervorragend in die Geschichte ein.

Es gibt also definitiv eine Leseempfehlung von mir für Leute, die a) Krimis mögen und/oder b) Familiengeschichten mit Geheimnissen mögen. Am besten ist es für diejenigen, die eine Kombination aus beidem mögen. Mir hat „Das Seehaus“ einige spannende Abende beschert und ich habe sogar beim Warten vorm Training weiterlesen müssen.

5stern

Weitere Links und Infos

Bereits im November traf Karla Paul Kate Morton zum Interview und sprach mit ihr über das neue Buch und Schreibblockaden. Das Interview könnt ihr hier lesen. Und hier habt ihr bis zum 6.März 2016 auch die Möglichkeit eine Ausgabe des Buchs und ein passendes Notizbuch (natürlich signiert) zu gewinnen.

Cover "Das Seehaus"Autor: Kate Morton
Titel: Das Seehaus
Übersetzt von: Charlotte Breuer und Norbert Möllemann
Seiten: 608
ISBN: 978-3-453-29137-9
Zusammenfassung: Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem Höhepunkt des Jahres entgegen, dem prachtvollen Mittsommernachtsfest auf dem herrschaftlichen Landgut ihrer Familie. Noch ahnt niemand, dass sich in dieser Nacht etwas Schreckliches ereignen wird. Ein Unglück, das so groß ist, dass die Familie das Anwesen für immer verlässt.
Siebzig Jahre später stößt Sadie auf das verfallene Haus an einem See. Sie geht den Spuren des Jungen nach, der in jener Nacht verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld …
Link zum Buch

Habt ihr „Das Seehaus“ schon auf der Wunschliste oder es vielleicht sogar schon gelesen? Oder habt ihr zuvor schon etwas von Kate Morton gelesen? Ich würde mich über eure Kommentare freuen.

Alles Liebe,
karo

[Rezension] Amanda Palmer – The Art of Asking

momentaufnahmen_2016-Feb.-09The Art of Asking begleitete mich einige Tage und verleitete mich sogar dazu, beim Laufen zu lesen. Das schaffen nicht alle Bücher.

Als Mitbegründerin der Dresden Dolls wurde Amanda Palmer bekannt, auch wenn sie momentan als Solokünstlerin unterwegs ist, kollaboriert sie immer wieder  auch mit anderen Künstlern.
Ihr Buch „The Art of Asking“ ist eigentlich als Biografie beschrieben, aber irgendwie doch so viel mehr. Im September 2015 erschien beim Eichborn Verlag die deutsche Fassung des Buches; ich habe die englische Edition von Grand Central Publishing auf dem Kindle gelesen.

Die Hintergründe

Das Buch beginnt mit Amandas Weg zur Künstlerin und erzählt Episoden und Anekdoten aus ihrem Leben. Kernthese ist, dass man alles im Leben erreichen kann, wenn man nach Hilfe fragt und sie auch annimmmt. Sie selbst lernte dies auch durch ihre Tätigkeit als lebende Statue in Boston, die sie nach dem Studium entdeckte. Diese Tätigkeit sieht sie als Kunstform an und argumentiert mit ihrer Beschreibung gegen die gängige Annahme, dass solche Darsteller in die Kategorie Bettler gesteckt werden; sie bietet dem Zuschauer damit Kunst, für die sie Geld bekommt.
Sie beschreibt auch, wie sie über Jahre hinweg ein Netzwerk an Fans aufgebaut hat, und dieses Netz auch immer um Hilfe gebeten hat – Übernachtungsmöglichkeiten, Auftrittsmöglichkeiten, Essen. Ganz banale Dinge sind es manchmal, bei denen ihr Umfeld doch den Kopf schüttelt und sie als „zu vetrauensselig“ abstempelt.
Zwei wichtige Personen, die sie auf ihrem Lebensweg begleiten sind Antony und Neil. Ersterer ist ein langjähriger Freund (über dessen Leukämie Erkrankung sie auch im Buch spricht) und zweiterer wird ihr Ehemann. An dieser Stelle ist es für mich überraschend, dass es sich um Neil Gaiman – ja, der Autor – handelt. Ich wusste das vorher nicht.. Von beiden Personen nimmt sie Hilfe an bzw. muss erst lernen diese Hilfe (vor allem finanziell) anzunehmen.

The Art of Asking – Meine Meinung

Wenn ich mir die Rezensionen auf goodreads ansehe, fällt mir auf, dass dort einige Kritiken genau das widerspiegeln, was sie selbst im Buch auch anspricht – sie sei selbstverliebt und verdiene die Aufmerksamkeit ja gar nicht und überhaupt wäre sie jetzt nur berühmt, weil ihr Mann Neil Gaiman ist.
Ich selbst habe mich während des Lesens auch bei diesem Gedanken ertappt, aber dann einfach in Ruhe noch einmal reflektiert: Amanda Palmer mag für manch einen nicht die sympatischste Frau der Welt sein. Jedoch spricht sie – meiner Ansicht nach – ehrlich von ihren Zweifeln. Die Bemerkungen der Leser gehen nämlich genau in die Richtung, in die ihre eigene Fraud Police (nähere erklärt im untenstehenden Zitat) auch schon geht. Die Selbstzweifel, die dadurch entstehen, sind oft tiefgehender als jede eigentlich Unfähigkeit. Man sollte also einfach einmal mehr zurücktreten, reflektieren und dann eine Meinung äußern. Einen Teil der Authentizität macht für mich auch der Schreibstil aus, denn der ist nicht mahnend oder besserwisserisch, sondern vermutlich einfach so, wie sie ihre Geschichte auch jemandem 1:1 im Gespräch erzählen würde. Dadurch liest sich das ganze Buch auch sehr flüssig.

The Fraud Police are the imaginary, terrifying force of “real” grown-ups who you believe—at some subconscious level—are going to come knocking on your door in the middle of the night, saying: We’ve been watching you, and we have evidence that you have NO IDEA WHAT YOU’RE DOING. You stand accused of the crime of completely winging it, you are guilty of making shit up as you go along, you do not actually deserve your job, we are taking everything away and we are TELLING EVERYBODY.

Beim autobiografischen Teil des Buches, gefällt mir der Aspekt, wie sie mit Hilfe des Internets ein Netzwerk geschaffen hat. Man hört immer wieder, dass das doch alles keine richtigen Menschen sind, die da in den sozialen Netzwerken rumschwirren. Amanda Palmer zeigt jedoch genau das Gegenteil, was ich auch selbst in dieser Welt so erlebt habe: Menschen, die ihre Hilfe anbieten und die man annehmen kann. Im Gegenzug dazu, kann man vielleicht selbst einmal seine Hilfe anbieten. Man sieht wie sie ihren Weg macht und aufgrund dieses Netzwerkes auch als Künstlerin wächst.

Asking is like courtship; begging, you are already naked and panting.

The Art of Asking ist für mich insgesamt eine wundervolle Mischung aus Autobiografie und Lebensweisheit. Mit viel Material zum Nachdenken über zwischenmenschliches; Über das Geben und Annehmen. Ja, für mich hat „geben und nehmen“ tatsächlich durch dieses Buch einen negativen Anstrich bekommen. „Nehmen“ wirkt wie betteln oder stehlen. „Annehmen“ hingegen ist was, was Amanda Palmer uns lehrt.

The Art of Asking CoverAutor: Amanda Palmer
Titel: The Art of Asking
Seiten: 448
ISBN: 978-3847905974
Zusammenfassung: Um Hilfe zu bitten fällt uns oft schwer, weil wir Angst haben, schwach und bedürftig zu scheinen. Eine völlig falsche Sichtweise, meint Amanda Palmer. Die Musikerin ist eine wahre Expertin darin, sich helfen zu lassen, bat sie doch bei unzähligen Gelegenheiten um die Unterstützung ihrer Fans. Dabei hat sie erfahren, dass der ausgetauschte Gefallen stets für beide Seiten ein Gewinn ist. Wer um Hilfe bittet, zeigt sich zwar verletzlich, erhält aber auch die Chance, Vertrauen zu beweisen und Beziehungen aufzubauen. Amanda Palmer hat ein großes Buch über Menschlichkeit geschrieben; über Ängste und Schwächen und über die Kraft der Güte und des Vertrauens.
Link zum Buch

[Rezension] Joey Goebel – Ich gegen Osborne

[Rezension] Ich gegen Osborne - Mein Taschenbuch im FebruarMein Februar Buch für Das Jahr des Taschenbuchs ist „Ich gegen Osborne“ von Joey Goebel geworden. Wie auch das Januarbuch stand es auf keiner Wunschliste und wurde von mir einfach so im Buchladen meines Vertrauens aufgestöbert.

Wieso gerade dieses Buch?

Ich habe schon vor einigen Jahren „Vincent“ und „Freaks“ gelesen; während oder kurz nach dem Abitur. Als ich also im Buchladen durch das Regal stöberte, fiel mein Blick zuerst auf den Autor. Danach kam der Fakt, dass mich die Bücher des Diogenes Verlags immer irgendwie anziehen – das zeitlose Cover hat es mir angetan.

Meine Gedanken zum Buch

James Weinbach ist auf den ersten Blick ein typischer Außenseiter – das sieht er selbst so und das scheinen auch seine Mitschüler so zu sehen. „Ich gegen Osborne“ führt uns von 7:47 bis 15:34 Uhr durch sein Leben am ersten Schultag nach dem berühmt berüchtigten Spring Break; Unterrichtsstunden und Pausen erleben wir mit ihm und seinen Mitschülern. James trägt jeden Tag einen Anzug zur Schule, fühlt sich als einziger Schüler, der noch Klasse hat, und steht in seinen Augen über seinen Mitschülern. Nachdem er in einer Stunde einen Auszug seines Romans vorgestellt hat, eskaliert alles und James kämpft für das, was er als Überzeugung lebt: Seinen Mitschülern zeigen, dass ihr Verhalten keine Klasse hat.

Sonntägliche Leseauszeit im Familientrubel

Sonntägliche Leseauszeit im Familientrubel

Wir sehen James in Interaktion mit Mitschülern und den wenigen Menschen, die man als seine Freunde ansehen könnte, auch wenn hier die Beziehung auch nicht unbedingt eine sehr innige ist. James blickt selten wirklich hinter die Fassaden, die auch die anderen mit sich herum tragen und das fällt ihm schlussendlich auf die Füße.

Meine Sichtweise auf James ist recht zwiegespalten: Sein Verhalten seinen Mitschülern gegenüber hat leider das Manko, dass es eigentlich genau das vermissen lässt, was er ihnen vorwirft – Klasse und Stil. Er verlässt sich ebenso auf Gerüchte, wie die anderen auch, und verurteilt auf Basis dieser Gerüchte seine Freundin Chloe. Seine zynische Art macht es schwer ihn wirklich zu mögen, auch wenn man um seine Hintergrundgeschichte weiß. Er stellt sich über alle und muss erst im Verlauf scheint ihm dies selbst auch mal bewusst zu werden; dazu muss es jedoch erst zum offenen Konflikt kommen. Klar ist diese Generation vielleicht oberflächlich, aber jeder hat doch das Recht, so zu leben wie er möchte (innerhalb festgelegter gesellschaftlicher Regeln und Gesetze). Trotzdem ist er auch bemüht, jedem freundlich gegenüberzutreten und als positives Beispiel seine Mitschüler zu beeinflussen.

Insgesamt bin ich nicht sicher, ob „Ich gegen Osborn“ die Individualität feiert oder die Konformität verteidigt. Vielleicht ist James‘ Geschichte aber auch nur ein Appell, sich auch mal die Mühe zu machen, hinter die Masken seiner Mitmenschen zu schauen; der draufgängerische Lieblingschüler ist vielleicht mehr als nur der Verführer aller Mädchen während des Spring Break.

Allerdings bin ich nach wie vor von Goebels Witz überzeugt. Zitate wie das untenstehende, brachten mich einige Male zum Lachen und bleiben nachhaltig in meinem Kopf (und im kleinen PostIt auf der entsprechenden Seite) erhalten.

Eigentlich hieß er Samuel, bestand aber darauf, dass man ihn Shitty nannte. Der Name passte; er sah aus wie jemand, den man irgendwo zufällig fand. Man suchte ihn nie auf, sondern fand ihn zufällig wie überfahrene Tiere.

Joey Goebel: Ich gegen Osborne, Zürich 2013, Seite 226.

Auch der Zwiespalt über James als Protagonist ist kein negativer Fakt, denn für mich ist das ein Punkt, über den man nachdenken sollte: Wie geht man mit sich selbst und seinen Mitmenschen am pfleglichsten um, sodass man sowohl die Ansprüche an sich selbst leben kann, aber diese Ansprüche nicht zunichte macht, indem man sich über alle anderen stellt.

Die wichtigsten Fakten

IchGegenOsborne-189x300Autor: Joey Goebel
Titel: Ich gegen Osborne
Verlag: Diogenes Verlag
Seiten: 512
ISBN: 978-3-257-24284-3
Zusammenfassung: Er ist ein Unikat in einer Welt, in der sich jeder durch Originalität abheben will. Er ist als Einziger erwachsen in einer Welt mit kindischen Spielregeln. Und der Einzige, der sich noch nach etwas sehnt und auch dafür kämpft: der Schüler James Weinbach. Mit „Ich gegen Osborne“ zieht Joey Goebel der amerikanischen Partygesellschaft den Stecker!
Link zum Buch

[Rezension] Janet B. Taylor „Into the Dim“

"Into the Dim" auf meinem KindleVia Netgalley erhielt ich eine eMail, die mich damit köderte, dass Janet B. Taylors „Into the Dim“ so etwas wie „Outlander für Jugendliche“ sei und auch Diana Gabaldon davon begeistert wäre. Verdammt… Treffer – Versenkt – Karo an Land gezogen. Und dann auch noch der Fakt dazu, dass das Buch erst am 1.März 2016 erscheint.

Zum Inhalt

Im Fokus der Geschichte steht die 16jährige Hope, die bei einem Erdbeben ihre Mutter verlor und so gar nicht in die Welt ihres Adoptivvaters passt. In den Sommerferien wird sie dann zu einer Tante nach Schottland geschickt, die sie bisher noch nie gesehen hat und an der einiges rätselhaft scheint.
Hope lernt, dass dieser Teil der Familie seit Generationen einer Gruppe von Menschen angehört, die aufgrund sich kreuzender Zeitlinien (die wir auch aus den Büchern Diana Gabaldons kennen und die sich hier technisch in dem niederschlagen was „The Dim“ genannt wird) durch die Zeit reisen können. Nachdem sie erfährt, dass ihre Mutter nicht durch ein Erdbeben starb, sondern von der Konkurrenz in das 12. Jahrhundert verschleppt wurde, reist sie auch in diese Zeit zurück, um ihre Mutter zu retten…

Die Hintergrunde

Der Hauptteil der Geschichte spielt im London des 12. Jahrhunderts, in dem Hope auch Henry II., seiner Frau Eleanor von Aquitanien und anderen historischen Personen begegnet. Mit Hilfe ihrers fotografischen/eidetischen Gedächtnisses kann Hope tatsächlich dazu beitragen ihre Mutter zu finden.
Der andere Haupthandlungsort ist das schottische Hochland, in dem Hopes Tante lebt. Malerische Beschreibungen der Natur sind hier der Reiz der Geschichte.

„Into the Dim“ – Meine Meinung

Tatsächliche könnte man aufgrund zweier Elemente sagen, dass Into the Dim ein „Outlander für Jugendliche“ ist – es geht um Zeitreisen und es spielt in Schottland. Dabei bleibt es allerdings auch schon. Es ist nicht das epische „Historiendrama“ in 8 (bisher erschienen) Bänden, wie es Outlander ist. Allerdings sollte das auch nicht von einem Jugendbuch verlangt werden. Die historischen Hintergründe sind gut in die Geschichte eingebunden und wirken nicht erzwungen. Die Charaktere sind – bis auf einige Ausnahmen – liebenswert geschrieben und rund. Gerade die schottische Verwandtschaft hat es mir hier angetan.
Es gibt zwar auch einen Erzählstrang in dem es um Liebe geht, jedoch ist auch dieser nicht mit dem von Jamie und Claire vergleichbar.
Mir selbst macht es immer wieder Spaß zu sehen wie historische Fakten und fiktionale Charaktere mit einander verbunden werden können, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Wer also Spaß an solchen Romanen hat, dem sollte auch „Into the Dim“ zusagen.

Buch vs. Film. The Fault in Our Stars.

TFIOS

 

Immer wieder gibt es Diskussionen, wenn es darum geht, ob nun ein Film oder seine Buchvorlage besser sei. In manchen Fällen ist das sehr berechtigt, in manchen gar nicht :)
In die zweite Kategorie gehört – für mich – die Verfilmung von „The Fault in Our Stars“, die ich mittlerweile sowohl auf deutsch als auch auf englisch im Kino gesehen habe. Das Buch habe ich zum ersten Mal im letzten Jahr gelesen und kurz darauf entdeckt, dass es eine Verfilmung geben wird. Die Aufregung war also groß, zumal ich vor einiger Zeit die Hauptdarsteller Shailene Woodley und Ansel Elgort bereits in „Divergent“ im Kino gesehen hatte.

Zum Buch
Es geht um die Geschichte von Hazel (Shailene Woodley) und Augustus (Ansel Elgort), die sich in einer Selbsthilfegruppe für krebskranke Kinder treffen und verlieben. Ihre Erkrankungen stehen jedoch nicht so im Mittelpunkt, wie man das auf den ersten Blick denken könnte. Vielmehr geht es um die gemeinsame Liebe zu einem Buch und den Wunsch den Autor ebendieses Buches zu treffen. Augustus erfüllt Hazel diesen Wunsch und so steht auch ein Besuch in Amsterdam im Mittelpunkt.
Es geht um zwei Teenager, die aller Widerstände zum Trotz, verliebt sind und versuchen mit ihrer Krankheit umzugehen.
John Green geht an die Thematik nicht nur ernsthaft ran, sondern durchaus humorvoll (u.a. ein Venn-Diagramm mit „17 year old virgins with one leg“ im Mittelpunkt) und genau das macht für mich den Charme des Buches aus. Auf der einen Seite sucht eine Träne den Weg aus dem Auge und bereits einige Sätze später muss man lachen. Alle Charaktere des Buches sind unheimlich gut beschrieben (z.B. der gemeinsame Freund Isaac, der durch den Krebs beide Augen verliert).

Zum Film
Zuerst einmal muss ich herausstellen, dass der Film sehr nah am Buch ist – einige Textstellen wurden 1:1 übernommen und umgesetzt. Es ist klar, dass einige Stellen und Charaktere es nicht in den Film schaffen konnten, da man sonst einen 6-Stunden-Film produzieren müsste. Aber es stört nicht – eher im Gegenteil. Der Fokus ist sehr gut auf die wichtigen Dinge und Aussagen gelegt. Zusammen mit einem unglaublich guten Soundtrack (vor allem Ed Sheerans „All the Stars“ am Ende des Films) wird die Geschichte einfach stimmig. Eine Kleinigkeit, die ich sehr gut gemacht finde, sind die Einblendungen der Textnachrichten, die sich Hazel und Gus schicken. Das sind so Stellen, an denen man sieht, dass sehr viel Herzblut in den Film geflossen ist. Es ist wie im Buch – eine Minute weint man fürchterlich und kurz darauf muss man einfach lachen.
Eine Paraderolle gibt es für Willem Defoe: Als fieser Buchautor Peter van Houten.

Und?
Insgesamt muss ich sagen, dass mir der Film im Originalton einen Ticken besser gefallen hat, da ich prinzipiell kein Fan der Synchronstimmen bin. Hazels Mum klingt auf deutsch unglaublich gequält..
Aber ich liebe diesen Film, auch wenn er mich so zum weinen gebracht hat! Bevor wir zum zweiten Mal im Kino war, äußerte ich todesmutig, dass das zweite Mal bestimmt nicht so schlimm sein kann (Tränenmäßig..) wie das erste Mal..oh was habe ich mich geirrt! Und trotzdem werde ich diesen Film sofort auf DVD kaufen, wenn er erscheint.. (*unschuldig pfeif* auf iTunes habe ich ihn schonmal in HD vorbestellt…)
Gesehen habe ich den Film übrigens zusammen mit der wunderbaren Maaraavillosa. Ihre Rezension könnt ihr hier lesen.

Online habe ich davon gelesen, dass Menschen der Meinung sind, dass Hazel nicht krank genug aussehe. Diesen Kritikern empfehle ich folgendes Video: nights like these