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Lesung

[Lesung] Benedict Wells – Vom Ende der Einsamkeit

Vor mehr als einem halben Jahr las und verloste ich anschließend Benedict Wells’ Roman „Vom Ende der Einsamkeit“ und ich bin wohl nicht die einzige, die nachhaltig davon beeindruckt war. Umso mehr freute ich mich, dass die Erfurter Herbstlese ankündigte, dass er aus eben Roman lesen würde.

Der Leseabend mit Vom Ende der Einsamkeit

Benedict Wells wird von Monika Rettig (Erfurter Herbstlese) vorgestellt.Gestern Abend war es dann so weit und man fand sich in der Buchhandlung Hugendubel am Erfurter Anger ein. Benedict Wells wurde wie immer sehr charmant von Monika Rettig, der Programmdirektorin der Erfurter Herbstlese, angekündigt und machte recht bald klar, dass für ihn das Talent nicht alles ist, sondern Glück und auch Wille eine sehr große Rolle spielen. Für mich spiegelt sich dies darin wieder, dass er – auf die Publikumsfrage wie er sich im Moment mit all dem Trubel und Lob fühlt – darauf verweist, dass er das wahrscheinlich erst in 2 Jahren realisiert haben wird, wenn der wirkliche Trubel abgeebbt ist. Nichtsdestotrotz kann er jetzt schon sagen, dass eigentlich alle Träume übererfüllt seien.

Benedict Wells liest aus "Vom Ende der Einsamkeit".Zwischen den einzelnen Lesestellen – insgesamt drei und ein kleiner – gab er Auskunft zu Schreibprozessen und zum Entstehungsprozess des Buches selbst. So sagt er, dass „Vom Ende der Einsamkeit“ aus ursprünglich ca. 800 Seiten bestand und dass es, aufgrund seines eigenen Willens ein sprachlich besonderes Buch zu verfassen, erst im Verlauf des redigierens auf den Umfang gekürzt wurde, den wir heute als Buch lesen können.
Diesen Prozess beschrieb er sehr treffend als „Jenga“ Spiel: Man zieht immer wieder Stellen wie Holzblöcke heraus und schaut dann, ob das Gerüst in diesem Zustand noch stehenbleibt. Ich würde sagen, und ich denke da werde ich Zustimmung finden, dass dies sehr gut gelungen ist und dass wir weder zu wenig noch zu viel Buch haben. Sein Fokus auf die Sprache ist dem Roman auch im Vergleich zu seinen anderen Romanen einfach anzumerken.

Sieben Jahre für ein Buch: Wie motiviert man sich da?

Bei einem Schreibprozess der sieben Jahre dauerte, erstaunt also nicht die Nachfrage, wie man sich über einen so langen Zeitraum wirklich motiviert. So vergleicht Wells seinen persönlichen Schreibprozess mit dem Tanken: Vor Beginn ist der Tank voll und der Idealfall ist für ihn, dass erst mit dem Ende der ersten Fassung der Sprit ausgeht. Es ist also durchaus verständlich, dass der Korrekturprozess ein langer ist; jede Korrekturphase beginnt mit neuer Motivation und neuem Sprit anstatt zwischendrin die Lust zu verlieren, weil man gleich im ersten Anlauf alles perfekt haben will. Dies mag bei anderen Autoren funktionieren, aber für Benedict Wells tut es das nicht.
Dadurch verändere sich der Roman im Korrekturprozess nochmal sehr stark. Aus einer halb amerikanischen Familie wurde so eine Familie mit einem französischen Elternteil und die Perspektive zwischendurch komplett verändert, nur um in der nächsten Fassung wieder zur ursprünglich ersten Fassung zurückzukehren.

sagt er als das Publikum auf die doch massiven Kürzungen zu sprechen kommt. Allerdings sieht er heute ein, dass es einfach notwendig war, da er vor allem Jules als Hauptfigur verpflichtet war und nicht dem potentiellen Leser. Darum sind alle Lücken, die auch durch die Einteilung in den 5-Jahres-Rhythmus zustande kommen – eine bewusste Entscheidung, die vor allem dem Roman dient. Nichtsdestotrotz schmerzen ihn einige Streichungen heute noch auch wenn er weiß, dass sie richtig waren.

Wie schafft man es über einen solch langen Zeitraum mit einem solch schwierigen Thema umzugehen?

Bei seiner Antwort konnte man rundherum Nicken wahrnehmen und auch für mich ist dies eine Art Lebensmotto.

Auch zu seinem eigenen Lebensweg wurde er befragt. Von meiner Seite aus die Frage wieso er sich damals für Berlin entschied obwohl die Stadt „damals“ – auch nach seiner eigenen Aussage – noch nicht so hip war, wie sie es heute ist. Die Antwort ist ganz einfach: Berlin war weit weg von München und günstig. Man konnte auch mit nur einen Nebenjob leben und sich dem Schreiben widmen. Durch die Einführung von Frau Rettig ergab sich auch die Frage, ob er denn selbst für sich ein Studium noch in Betracht zieht und was dies sein könnte.

„Die besten Lehrer sind die besten Bücher.“, sagt Benedict Wells treffenderweise in seiner Begründung wieso er sich – wo es doch so nahe läge – nicht für ein Literaturstudium entscheiden würde. Allerdings ist ein Studium nicht komplett ausgeschlossen, auch wenn er sich mittlerweile zwischen einer Gruppe 19-jähriger doch etwas zu alt fühlen würde, auch wenn man es ihm nicht ansähe.

Benedict Wells und ich. Schlussendlich möchte ich dem Diogenes-Verlag danken, dass sie Benedict Wells die Chance der Publikation gaben und ihm selbst damit auch einen Lebenstraum erfüllt haben, denn über die Bücher John Irvings entwickelte sich bei Benedict Wells der Wunsch bei genau diesem Verlag zu publizieren. Dadurch wurde nicht nur mir ein Abend ermöglicht, der viel über Benedict Wells – einen bescheidenen und symphathischen Autor – selbst verriet, aber auch sehr unterhaltsam war. Im Anschluss nahm er sich viel zeit für Signierwünsche und noch offene Fragen und so konnten auch wir noch ein Rätsel lösen, welches uns seit April beschäftigte. Auch ein Foto machten wir noch.

Und ein besonderer Pluspunkt: Er liest gern Literaturblogs. In diesem Sinne: Vielleicht Herzlich Willkommen hier, Benedict Wells :)

Wer noch nicht über „Vom Ende der Einsamkeit“ weiß, dem sei die Rezension der lieben maaraavillosa  ans Herz gelegt, die ihr unter diesem Link findet.

[Lesung] Thees Uhlmann liest „Sophia, der Tod und ich“

Wie auch schon bei der Kate Morton Lesung im März, war die Buchhandlung Peterknecht wieder restlos ausverkauft und die besten Plätze schnell weg – diesmal war ich jedoch schneller da und bekam einen der gemütlichsten und buntesten Stühle. Mit einem Weinchen bewaffnet ging es los. Thees – auch mit Wein bewaffnet – klärte erstmal die wichtigsten Fakten: Wer teilt ihm die Zwischenergebnisse beim Fußball mit? Für den Posten fand sich natürlich schnell jemand. Als dann noch geklärt war, dass er tatsächlich das erste Mal an einem Stehpult lesen sollte, ging es los mit der Lesung…

Gelesen wurden insgesamt 4 größere Abschnitte: Kapitel 1, Kapitel 9, Kapitel 17 und Kapitel 32. Oder für diejenigen, die jetzt das Buch nicht vor sich liegen haben und blättern wollen: Die Startszene, in der der Tod and der Tür unseres Protagonisten klingelt, die Szene in der sich der Protagonist und seine (Ex)Freundin Sophia über deren Vater im Altersheim kennenlernen, die gemeinsame Zugreise unseres Protagonisten mit Sophia und dem Tod im Schlepptau und die letzte gemeinsame Nacht vom Protagonisten mit Sophia.

Zwischenstücke, die für den Verlauf der Handlung notwendig waren, erzählte er einfach selbst nach – immer mal wieder von einem Schluck (oder auch mehr) Wein, einer Anekdote oder dem aktuellen Fußballspielstand unterbrochen. So wundert es auch nicht, dass aus eigentlich geplanten 1 1/2 Stunden Lesung plötzlich 2 1/2 Stunden + Signierzeit wurden, was der Stimmung jedoch keinen Abbruch tat. Auch in der Signierschlange blieb es weitgehend friedlich, allerdings stand ich im ersten Drittel der Schlange und weiß nicht, wie es später wurde bzw. wie spät es wurde 😉

Bei den Anekdoten im Zwischenteil ging es sowohl um das Buch selbst (seine Entstehungsgeschichte) als auch Allgemeines aus dem Leben. Aufgrund dieser Anekdoten, die doch auch immer ein wenig an Gegebenheiten aus dem Buch erinnerten, musste mehrfach erwähnt werden, dass eventuelle Ähnlichkeiten zum Protagnisten reiner Zufall sind. Eine Geschichte, die er auch zum besten gab und die auch perfekt zum Fußball passte, war die wie er vom Kölner Express auf einem Foto mit den Toten Hosen fälschlicherweise nicht als Thees Uhlmann erkannt wurde, sondern kurzerhand zum englischen Eisverkäufer gemacht wurde. Das Bild findet sich auf auf Thees‘ Facebook Seite. Des weiteren erzählte er ein wenig vom unverhofften Erfolg des Buches, Gesprächen mit eingesessenen Feuilletonisten und der Beziehung zu seiner Mutter.

Am besten fasse ich den Abend zusammen, indem ich mal das zitiere, was ich schon im Kurzfazit zum Buch selbst schrieb, denn das, was für mich für den Roman zutrifft, passt auch zu Thees Uhlmann selbst recht gut.

„Sophia, der Tod und ich“ ist ein charmanter Roman, der den ein oder anderen wohl auch zum Nachdenken bewegt. Die flapsige Art von Thees Uhlmann mag aber nicht für jeden etwas sein – ich musste jedenfalls mehrfach herzlich lachen.

Auf jeden Fall liest Thees Uhlmann so, wie ich das Buch selbst in meinem Buch auch hatte – schnell und Ausdrucksstark und laut. Es ist einfach ein schneller Roman, mit einer flapsigen Art. Die Personen sind – für mich aber – nach wie vor sympathisch und der Tod sieht immer noch aus so wie in den Cartoons von Joscha Sauer und Ralph Ruthe, auch wenn ich weiß, dass er eigentlich eher Anzugträger ist und sich Morten de Sarg nennt. Vielleicht ist das aber auch einfach das humoristische Element, welches dieses Bild komplettiert.

Thees Uhlmann – Bildlich

Einige Bilder vom Abend habe ich auch noch für euch und andere gibt es noch auf der Facebookseite der Lieblingsbuchhandlung. Außerdem bin ich jetzt auch auf einem Foto vertreten, dass Thees vom Publikum machte und an Katrin Bauerfeind schickte..

Kurzinfos zu „Sophia, der Tod und ich“

5265710700001ZAutor: Thees Uhlmann
Titel: Sophia, der Tod und ich
ISBN: 978-3-462-04793-6
Zusammenfassung: Wie kaputt muss man sein, um bei jemandem an der Tür zu klingeln und zu behaupten, man sei der Tod? Was wie ein schlechter Scherz beginnt, ist der Auftakt zu einem hinreißenden, nicht enden wollenden Wortgefecht zwischen dem Tod und dem Erzähler, in dem es um Liebe, Freundschaft und Glauben, um den Lakritzgeschmack von Asphalt und das depressive Jobprofil des Todes geht. Gemeinsam machen sich die beiden auf den Weg zur Mutter und zu Johnny, dem kleinen Sohn des Erzählers, den er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat. Mit dabei: Sophia, die ruppig-souveräne und weise Exfreundin. Es ist eine Reise zwischen Himmel und Hölle, die geprägt ist von der Tollpatschigkeit, mit der sich der Tod begeistert durch die Welt der Lebenden bewegt, und Fragen aufwirft wie: Muss der Tod eigentlich pinkeln? Und wenn ja, wie macht er das? Und es geht um die große Frage, was denn besser ist, „to burn out or to fade away“?
Link zum Buch

[Lesung] Kate Morton in Erfurt

IMG_4076Am vergangenen Freitag (18.3.) wurden in meiner Lieblingsbuchhandlung wieder mal die Stühle ausgeklappt, um Kate Morton, Esther Schweins und Margarete von Schwarzkopf für eine Lesung zu empfangen.

Um 19.30 Uhr begann der Einlass und als ich um 19.35 Uhr ankam, war schon richtig viel los. Der Vorteil einer Lesung in der Lieblingsbuchhandlung ist aber, dass man die Wartezeit bis zur eigentlichen Lesung so hervorragend überbrücken kann. In meinem Fall ist das ein Glas Weißwein und ein ausgiebiger Blick in alle Regale, die mich so interessieren. Vor allem in der Jugendbuchabteilung ist mir einiges aufgefallen, was ich in den letzten Tagen schon auf Instagram gesehen habe und die Wunschliste wächst und wächst..

Nun aber zurück zum eigentlichen Thema. Margarete von Schwarzkopf moderierte und führte nach der Begrüßung durch den Inhaber Peter Peterknecht durch den Abend. Ihre Übersetzungen vom Englischen ins Deutsche und andersrum flossen nahtlos in die Moderation ein und störten mich tatsächlich überhaupt nicht. Es ist immer eine Freude, jemandem zuzuhören, der problemlos zwischen Englisch und Deutsch wechseln kann.

Leseanteil und Fragen verwoben sich zu einem rundherum runden Abend und es wurde einem nicht langweilig. Es wurde beispielsweise nach typischen Schreibprozessen oder auch der Ideenfindung gefragt. So erfuhr ich, dass Kate den Prozess von Schreiben und Editieren nicht so genau trennt und dazu tendiert ein Kapitel zu schreiben und es direkt danach in mehreren Versionen zu editieren – streichen, neu schreiben, vollenden. Ein neues Buch entsteht bei ihr dann, wenn sich 3 oder 4 schon existierende Ideen zu einer großen Idee zusammenfügen. Für „Das Seehaus“ waren das ein schönes verlassenes Haus, ein verschwundenes Kind und eine Mystery Story.

Sie berichtete auch, dass ihr bei „Das Seehaus“ auch ihre Erfahrung als Mutter weitergeholfen hat, denn eines der Kapitel ist aus der Sicht des 11monatigen Theo geschrieben. Hierfür hat sie einfach ihren Sohn Henry beobachtet, dem auch die Widmung am Beginn des Buches gehört. Solch persönliche Erfahrungen lässt sie nach eigener Aussage eigentlich nicht einfließen, aber trotzdem ist es gerade aufgrund dieser persönlichen Beobachtungen eines der Kapitel gewesen, die ihr am leichtesten fielen.
Lesung von Kate Morton in Erfurt

Positiv überrascht hat mich, dass Kate Morton selbst auch lesen durfte und man nicht davor zurückschreckte, mit einem englischen Leseanteil vielleicht Zuhörer zu vergraulen. Ich habe auch schon Lesungen erlebt, bei denen der englischsprachige Autor zwar anwesend war, aber leider mehr schmückendes Beiwerk war oder maximal bei Fragen aus dem Publikum zu Rate gezogen wurde. So las zunächst Esther Schweins, die auch die deutsche Version von „Das Seehaus“ eingesprochen hat, immer einen Teil des Buches und dann wurde zu Kate Morton gewechselt, die eine unwahrscheinlich angenehme Lesestimme hat. Schade, dass sie selbst ihre originalsprachigen Hörbücher nicht einspricht. Ich bin anfällig für gute Lesestimmen (Dieter Mann soll an dieser Stelle ein Beispiel sein) und das wäre sogar ein Kaufargument für Hörbücher, mit denen ich sonst nicht so warm werde.

Auch Esther Schweins wurde von Margarete vom Schwarzkopf in die Lesung eingebunden und nach ihren eigenen Erfahrungen mit „Mystery Stories“ gefragt und erzählte uns, dass sie bestimmte Rollen nun als Mutter anders sieht und sie durch diese Sichtweise weitaus schwieriger zu spielen sind.

Nach der Lesung hatte man natürlich noch die Gelegenheiten sich die Bücher zu kaufen und signieren zu lassen. Die Chance habe ich genutzt und meine mitgebrachte Ausgabe von „Das Seehaus“ signieren lassen – Kate ist wirklich eine wunderbar warme und herzliche Persönlichkeit!

Einige Bilder der Lesung, die die Buchhandlung Peterknecht auf ihrer Facebook-Seite gepostet hat, habe ich euch untenstehend eingebunden. Meine Rezension zum Buch findet ihr hier und das Interview, das Karla Paul (Buchkolumne.de) mit Kate Morton geführt hat hier.

Vielen Dank an den Diana Verlag, der es mir ermöglicht hat, diese Lesung zu erleben und an die Buchhandlung Peterknecht für den gelungenen Rahmen dieser Lesung, die mich auch dazu gebracht mir auf der Leipziger Buchmesse, über die ich auch noch näher berichten werde, gleich noch ein Buch von Kate Morton zu kaufen und das ist doch wohl das beste Resultat :)

Kurzinfos zu „Das Seehaus“

Cover "Das Seehaus"Autor: Kate Morton
Titel: Das Seehaus
Übersetzt von: Charlotte Breuer und Norbert Möllemann
Seiten: 608
ISBN: 978-3-453-29137-9
Zusammenfassung: Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem Höhepunkt des Jahres entgegen, dem prachtvollen Mittsommernachtsfest auf dem herrschaftlichen Landgut ihrer Familie. Noch ahnt niemand, dass sich in dieser Nacht etwas Schreckliches ereignen wird. Ein Unglück, das so groß ist, dass die Familie das Anwesen für immer verlässt.
Siebzig Jahre später stößt Sadie auf das verfallene Haus an einem See. Sie geht den Spuren des Jungen nach, der in jener Nacht verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld …
Link zum Buch

Erfurter Herbstlese: (M)ein Rückblick

Drei Lesungen standen in diesem Jahr auf meinem Plan für die Erfurter Herbstlese: Ilja Trojanow (), Rafik Schami und Jenny Erpenbeck () Da nun alle Lesungen gehört und (fast) alle Bücher gelesen sind und sogar schon das Programm für die kommende Frühjahrslese steht, kommt hier ein kurzes Resumé.

Erfurter Herbstlese - Ilja Trojanow

Erfurter Herbstlese – Ilja Trojanow las in der Buchhandlung Hugendubel am Anger

Ilja Trojanow

…habe ich nun zum zweiten Mal bei einer Lesung erlebt und werde wohl auch ein drittes Mal eine Karte kaufen, sollte sich die Gelegenheit bieten.
Als witzigen und schlagfertigen Leser habe ich ihn schon beim ersten Mal in Erinnerung und das fand ich auch dieses Mal wieder.
Sein Buch „Macht und Widerstand“ habe ich immer noch nicht gelesen, werde es aber wohl meinem Freund zu Weihnachten schenken (und dann hoffentlich selbst in den Genuss kommen es zu lesen..selbstlose Geschenke kann ich gut..). Ich freue mich vor allem auf die den von Trojanow angekündigten Metodi, der oft durch seine nicht ganz jugendfreie Wortwahl auffallen soll.

Fazit: Gerne noch ein drittes Mal, Herr Trojanow.

Erfurter Herbstlese - Rafik Schami

Erfurter Herbstlese – Rafik Schami begeisterte die Zuhörer im Erfurter Kaisersaal.

Rafik Schami

…wird mir wohl sehr sehr lange in Erinnerung bleiben.

Er hat es geschafft einen ganzen Abend die Geschichte seines Buches zu erzählen, die doch immer etwas komplizierten Erzählstränge kurz aufs Wartegleis zu schieben (Sein Satz „Ich komme darauf zurück“ brachte irgendwann das ganze Publikum zum lachen) und am Ende die ganze Geschichte von Sophia auf den Punkt zu bringen. Eingestreut wurden Dinge zum politischen System Syriens, die nachdenklich machen, ob das, was die Bundesrepublik Deutschland gerade macht, überhaupt funktionieren kann.

Meine Ausgabe des Buches bekam ich bereits vor der Lesung signiert (Aussage des Autors: „Dann komme ich hinterher schneller zum Essen.“) und vor allem meine Markierungsklebchen fanden Anklang. Im Anschluss hielt mir das ZDF noch ein Mikrofon und eine Kamera vors Gesicht

Fazit: Der Erfurter Kaisersaal beschert mir immer wieder tolle Leseabende.

Erfurter Herbstlese - Jenny Erpenbeck

Erfurter Herbstlese – Jenny Erpenbeck las im etwas zu warmen Luthersaal des Erfurter Augustinerklosters.

Jenny Erpenbeck

…bildete den Abschluss meiner diesjährigen persönlichen Herbstlese und las aus ihrem Buch „Gehen, ging, gegangen“.

Leider war es aufgrund äußerer Umstände (wieso fallen in einer Lesung ca. 5 Mal irgendwelche Weingläser im Publikum um? Und wieso war es so warm in dem Saal?) etwas schwierig zu folgen. Zudem hatte ich das Gefühl, dass der Moderator versuchte sie durch manche Fragen in die Ecke zu drängen und einen falschen Eindruck zu vermitteln. Dies wurde mir erst bewusst, als ich das Buch im Nachhinein gelesen hatte. So fragte der Moderator, ob sich die Hauptfigur Richard nicht irgendwie über die Asylbewerber im Buch stellt, wenn er ihnen die Namen von griechischen Gottheiten gibt. Als ich davon das erste Mal hörte, war ich etwas entsetzt, da der Eindruck entstand, dass Richard dies mit allen tut – tut er aber nicht. Ich würde sogar sagen, dass die wenigsten Asylbewerber auf diese Weise noch einen zweiten Namen erhalten und es nicht passiert, weil er sich über sie erheben will, sondern weil es für ihn Gewohnheit ist mit Sagen und Mythen zu arbeiten. Das passiert nicht, weil er sich nicht die Namen merken kann oder sie nicht auseinander halten kann. Durch die Lesung (oder eher: Die Moderation) entstand für mich ein Eindruck, der mich – hätte ich das Buch nicht schon auf dem Kindle gehabt – vom Lesen abgehalten hätte.

Allerdings liest Jenny Erpenbeck hervorragend und der kleine Berliner Dialekt, der vielleicht für andere gar nicht hörbar ist, macht mich glücklich. Vielleicht schreibe ich daher nochmal zu einer anderen Zeit über dieses Buch, denn das ist wirklich wichtig und durch die momentanen Entwicklungen von unschätzbarem Wert.

Fazit: Ich bin dankbar, dass Buch gelesen zu haben, auch wenn die Moderation (und die äußeren Umstände) mich davon abhalten wollten.

Erfurter Herbstlese reloaded: Frühlingslese 2016

Ich werde jetzt in Ruhe durch das Programm der Frühlingslese stöbern und mich auf das Bücherjahr 2016 freuen.

Nils Schumann (hey, ich hab nen Leichtathleten daheim ^^), Jakob Hein und Richard Dawkins sprechen mich bisher am meisten an. Mal sehen was noch so dabei ist.

Gelesen im Oktober

gelesenim

…Oktober

Oktober

47. Cassandra Clare – The Infernal Devices. Clockwork Prince [13.Oktober 2013]
48. Ben Aaronovitch – Broken Homes [20.Oktober 2013]
49. Jennifer Teege – Amon. Mein Großvater hätte mich erschossen. [21.Oktober 2013]
50. Veronica Roth – Allegiant [25.Oktober 2013]
51. Cassandra Clare – The Infernal Devices. Clockwork Princess [31.Oktober 2013]

Ich hab die 50er Marke geknackt! Und zwar jetzt auch bei goodreads, wo eines der gelesenen Bücher aus den Vormonaten nicht in der Datenbank ist und dadurch die Liste immer ein Buch hinterherhinkt.

Was diesen Monat heraussticht ist wohl das Buch von Jennifer Teege. Aufmerksam wurde ich darauf durch die Erfurter Herbstlese..Zusammenfassung gelesen, Karte bestellt und Buch gelesen. Und sowohl Buch als auch Lesung haben mich sehr beeindruckt!

Ansonsten habe ich noch noch drei meiner aktuellen Buchreihen ausgelesen bzw. Auf aktuellen Stand gebracht. Ich bin ein bisschen traurig, dass „the infernal devices“ und die „divergent“-Reihe jetzt vorbei ist. Aber es waren großartige Abschlüsse dieser Reihen.

Mein November beginnt mit etwas ganz anderem, nachdem die letzten Monate ja doch sehr „Fantasy“lastig waren.. Daher muss man wieder ein Teil aus der J.D. Robb Reihe dran…

[Lesung] Kerstin Gier – Silber

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Die Erfurter Herbstlese gehört mittlerweile fest zu meinem Jahresprogramm dazu. Vier Lesungen sind es diesmal, die ich mir anhören werde.

Eröffnet wurde die Saison mit der Lesung von Kerstin Gier. Ein Aula eines Erfurter Gymnasium gefüllt mit zumeist weiblichen Teenies erwartete mich.. Man ahnte ja schlimmes ^^

Aber: Ich habe noch nie bei einer Lesung so viel gelacht. Kerstin Gier ist überaus sympathisch und das nicht nur weil sie sogar ausgedruckte Bilder ihrer Inspirationen (Ich sage nur Rasierspaß Ken.. wer ihr neustes Buch „Silber“ schon gelesen hat, weiß was ich meine..) dabei hat.. Sie hat von ihren eigenen Schulerinnerungen erzählt, die beim Besuch des Gymnasiums wach wurden, hat von ihrer Familie und ihrer Art zu Schreiben berichtet und zwischendurch einfach immer wieder Passagen aus „Silber“ gelesen. Schade, dass sie in der Hörbuch-Version nicht selbst liest :)

Ich glaube der Vorteil der Lesung war, dass wirklich so viele Jugendliche anwesend waren. Bei der üblichen Fragerunde im Anschluss an die Lesung, wurden endlich auch mal Fragen gestellt. Bei „Erwachsenenlesungen“ traut sich irgendwie immer keiner.. Die Stimmung war insgesamt einfach lockerer.

Auf jeden Fall hoffe ich, dass ich nochmal die Möglichkeit bekomme zu einer ihrer Lesungen zu gehen.. und dann möchte ich auch mein Buch signiert haben. Diesmal hat mir die Geduld gefehlt, denn insgesamt hat sie wohl 1 1/2 Stunden signiert. Vielleicht ist sie ja nächstes Jahr wieder dabei und liest dann aus dem zweiten Band von „Silber“.

Fotos und andere Berichte gibt es auch hier und hier zu lesen.