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Das Jahr des Taschenbuchs

[Monatsrückblick] Sommer, Sonne, Sonnenschein!

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Bild via pixabay

51. Marissa Meyer – Wie Sterne so golden [06.07.2016]
52. Marissa Meyer – Wie Schnee so weiß [08.07.2016]
53. Heinz Strunk – Der goldene Handschuh [09.07.2016]
54. Cecilia Ahern – Der Glasmurmelsammler [09.07.2016]
55. Candy Bukowski – Wir waren keine Helden [10.07.2016]
56. Elizabeth Gilbert – Eat Pray Love [13.07.2016]
57. Juli Zeh – Unterleuten [15.07.2016]
58. Martin Walker – Delikatessen (Bruno, chef de police #4) [25.07.2016]

Normalerweise lasse ich die Daten nicht an der Liste in den Monatsrückblicken, aber im Juli ändere ich das jetzt mal…wies0? Weil man sehr amüsant sieht, in welcher Zeit ich im Sommerurlaub war und einfach unfassbar viel Lesezeit hatte. Da ich den restlichen Nachmittag und Abend auch zur Lesezeit erklären werde, kommt evtl noch „Als der Himmel uns gehörte“ (Charlotte Roth) hinzu und dann hätte ich auch mein Taschenbuch für diesen Monat (wir wissen: #jdtb16)… ich werde berichten, denn es ist schließlich auch ein Buch aus dem ARD Lesekreis und bisher gefällt es mir so gut, dass es noch ein paar zusätzliche Worte hier bekommen sollte.

Man merkt auch, dass alles irgendwie ein wenig „durcheinander“ wirkt, aber da bei mir Urlaubszeit wirklich Lesezeit ist, ist meine Auswahl eher nach dem Prinzip „Hab ich grad Bock drauf!“ und das hat wieder einmal sehr gut funktioniert. Wenn man nämlich eh weiß, dass man im Schnitt ein Buch pro Tag auslesen wird, kann man das Buch gut nach Tageslaune festlegen. Wobei ich grad nicht sicher bin in welche Tageslaune „Der goldene Handschuh“ fällt, denn das ist doch ein sehr tiefer Blick in menschliche Abgründe. Allerdings muss ich sagen, dass mir ein solches Buch deutlich mehr zusagt als jegliche Thriller. Man weiß von Anfang an in welcher Richtung es sich bewegt und das finde ich gut, auch wenn es halt um menschliche Abgründe geht.

Favoriten dieses Monats waren „Wir waren keine Helden“ (Candy Bukowski), „Delikatessen“ (Martin Walker) und tatsächlich auch „Eat Pray Love“ (Elizabeth Gilbert) . Zuerst einmal „Wir waren keine Helden“, worüber ich wahrscheinlich noch ausführlicher schreiben werde und es wahrscheinlich auch nochmal lesen werde. Es ist einfach eine Lebensgeschichte, die so schnell erzählt ist, dass sie einen einfach nur mitreißen kann. Die eigenen Gedanken kommen beim Lesen kaum nach und dann stoppt man wieder, weil man über grandiose Zeilen stolpert. Ich bin zwar um einiges jünger als die Protagonistin Sugar, aber trotzdem mit der meisten Musik aufgewachsen, die auch im Buch eine Rolle spielt. Es katapultiert mich in mein eigenes Leben zurück, welches vielleicht nicht so „aufregend“ verlaufen ist, aber halt mein Leben ist.
„Delikatessen“ von Martin Walker ist der vierte Band in der Bruno-Reihe und für mich mittlerweile einfach zu Wohlfühlliteratur geworden. Man schlüpft leicht wieder in die Handlung rein und alle Personen sind wie alte Bekannte, die man nur mal kurz nicht gesehen hat und aber sofort wieder super mit ihnen klarkommt. Genau soetwas brauche ich auch im Urlaub.

„Eat Pray Love“ habe ich unwissend immer irgendwie als Kitschlektüre und leichte Unterhaltung im Hinterkopf gehabt – zu Unrecht, denn eine Lebensgeschichte sollte nicht nur auf solche Begriffe reduziert werden. Ich finde es faszinierend, auf welche Suche sich Liz begibt und wie alle drei großen Reiseziele ihr doch eine so große Hilfe sind, obwohl sie so viel verschiedenes verkörpern. Am liebsten möchte man alles gleichzeitig – in Neapel Pizza genießen, in Indien meditieren und auf Bali das Leben genießen. Für mich definitiv ein Buch mit positivem Nachklang und auch wieder ein Ansatz um mehr zu meditieren, da ich weiß, dass mir das gut tut.

Die restlichen Bücher waren auch keine Flops, aber diese drei stehen – aus den verschiedenen Gründen – für mich hervor. Sie sind genau das, was für mich diesen Lesesommer ausgemacht hat. Rasant und Tiefgründig, mit vielen sehr weisen Zitaten, wie „Wir waren keine Helden“, Wohlfühlen wie Bruno in „Delikatessen“ und mit einem Nachklang wie „Eat Pray Love“

Ausblick – Der literarische Spätsommer

Ich bin noch immer nicht wieder zurück in meinem normalen Lesealltag, denn das Lesen im Zug fällt mir schwer. Da ich aber festgestellt habe, dass ich dort auf dem Kindle das Lesen besser vertrage, werden es wohl wieder vermehrt eBooks werden. Das macht auch den täglichen Transport leichter. Ansonsten stehen u.a. „Blauschmuck“ (Katharina Winkler“), Teil 5 von Martin Walkers Bruno, das gestern erstandene „Und was hat das mit mir zu tun?“ und ein bisschen Rafik Schami auf dem Programm. Und im September geht es dann schon wieder in Richtung Herbstlese und auch die Lesung von Kai Meyer in der Lieblingsbuchhandlung steht auf dem Programm. Ich freu mich drauf!

Der Lesemonat in Bildern

[Monatsrückblick] Mein literarischer Juni.

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Juni!

44. Benedict Wells – Becks letzter Sommer [11.06.2016]
45. Jojo Moyes – Eine handvoll Worte [17.06.2016]*
46. Meg Wolitzer – Die Interessanten [18.06.2016]
47. Paula Fürstenberg – Familie der geflügelten Tiger [18.06.2016]
48. Eva Völler – Die goldene Brücke (Zeitenzauber #2) [19.06.2016]
49. Eva Völler – Das verborgene Tor (Zeitenzauber #3) [22.06.2016]
50. Cassandra Clare – Lady Midnight (Dark Artifices #1) [28.06.2016]

Wie wir sehen: Guter Schnitt! 5 Bücher, ein Hörbuch. Und das „trotz“ neuem Job, allerdings halt mit deutlich längeren Fahrzeiten und dadurch auch mehr Lesezeit. Dazu kommen völlig entspannte Wochenenden, an denen schon mal gleich zwei Bücher ausgelesen werden.

Die Favoriten waren „Becks letzter Sommer“ und „Familie der geflügelten Tiger“ (wozu ich hier noch nichts weiter sagen werde, denn es erscheint erst im August). Der Rest ist eher so die Kategorie „Unterhaltungsliteratur“ und war gerade in der Eingewöhnungsphase sehr angenehm, denn tagsüber ist mein Kopf schon sehr gefordert.

Überrascht hat mich „Lady Midnight“, denn nach „City of Heavenly Fire“ war ich doch etwas enttäuscht und freue mich nun mit diesem Buch einen neuen Teil des Schattenjägeruniversums zu haben. Es ist doch immer das gleiche mit diesen Reihen [1 | 2 | 3]..

Aber jetzt warten erstmal zwei Wochen Sommerurlaub auf mich und damit auch ganz viel Lesezeit am Strand. Da werde ich u.a. die Luna-Chroniken weiterlesen und auslesen! Und „Unterleuten“ kommt auch mit und wird hoffentlich ausgelesen. Habt ihr sonst noch Pflichtlektüre für meinen Sommer?

#jdtb16

Wieder einmal lieferte der Facebook-Lesekreis mein Taschenbuch des Monats. Leider hat mich „Die Interessanten“ insgesamt doch etwas enttäuscht. Was als interessanter „Coming of Age“-Roman begann verlor sich leider bald in eine recht banale Geschichte von einigen Freunden, die doch ein recht normales Leben führen. Vielleicht ist das genau der Reiz des Buches, aber mich hat es schlussendlich nicht überzeugt. Einzig die gut gemachten Zeitsprünge hielten mich bei der Stange. Ansonsten wirkt die Story zwischen „normales Leben“ und „völlig unglaubwürdige Story“. Ich finde es ein bisschen schade, denn der Anfang bot viel. Und auch das Cover finde ich nach wie vor grandios! Fazit: „Die Intessanten“ ist für mich leider eher „Die Uninteressanten“. Vielleicht werde ich mal in die Serienadaption reinschauen..

Reading Challenge

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*hust* Ursprünglich waren die 52 Bücher mal für ein ganzes Jahr das Ziel.. nun sind es im ersten Halbjahr schon 50 Bücher geworden und ich bereue es auch nicht. Ihr dürft also gespannt sein, was im zweiten Halbjahr noch so kommt. Ich werde wohl auf jeden Fall meine Reading Challenge im Urlaub knacken. *Konfetti*

Wie läuft euer Lesejahr so zum Halbjahr hin?

Der Lesemonat in Bildern

In diesem Sinne wünsche ich euch einen tollen Lesesommer und verabschiede mich in den Urlaub!

karo

[Gemeinsam Lesen] „Die Interessanten“ von Meg Wolitzer

gemeinsam lesen

Ins Leben gerufen von Asaviel’s Bücher-Allerlei, wird die Aktion Gemeinsam Lesen mittlerweile von Schlunzenbücher fortgeführt. Ich habe dank der lieben maaraavillosa davon erfahren, die schon eine Weile dabei ist.

121. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich habe gerade erst mit „Die Interessanten“ von Meg Wolitzer angefangen, welche mein Taschenbuch für diesen Monat ist und wieder in der altbekannten Facebook-Leserunde gelesen wird. Auch ich habe – wieder mal aufgrund des Covers – für das Buch gestimmt.

Aktuell bin ich auf Seite 173, also ungefähr bei 1/4. Mit viel Glück schaffe ich es noch diese Arbeitswoche das Buch auszulesen.

 

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

“Natürlich nicht.“

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich mag es, dass mir der Lesekreis Bücher zeigt, die ich ansonsten wohl nicht gelesen hätte. So ist es auch mit „Die Interessanten“. Momentan wirkt es noch wie ein typischer Coming-of-Age-Roman und ich bin sehr gespannt wo er mich noch hinführt.

4. In welcher Sprache liest du am liebsten Bücher? Deutsch, Englisch oder in einer anderen?

Die meisten Sachen lese ich auf englisch und auf deutsch. Viel andere Sprachen habe ich leider nicht auf Leseniveau. Französisch ginge wohl noch, aber das ist mir einfach zu anstrengend, wenn es mit englisch und deutsch ja so gut funktioniert. Ich bin allerdings nicht jemand, der Bücher unbedingt nur auf englisch lesen will, wenn sie zuerst in dieser Sprache erschienen sind – Übersetzungen sind auch was feines, denn die deutsche Sprache bietet einfach sehr viel. Prinzipiell bin ich aber in beiden Sprachen eine sehr fixe Leserin, also macht es nicht den Unterschied, auch wenn es nach einem anstrengenden Tag einfacher ist in seiner Muttersprache zu lesen. Eine Ausnahme besitze ich jedoch: Harry Potter auf Niederländisch! Einfach um ein bisschen Sprachgefühl abseits von Duolingo zu gewinnen (ich muss echt wieder damit anfangen..)

Was lest ihr gerade so? Welche Sprachen beherrscht ihr auf Leseniveau?

Alles Liebe,
karo

[Monatsrückblick] Mein Lesemonat Mai – Gelesenes, #jdtb16, Buchkaufverzicht

Benedict Wells – Spinner
Eva Völler – Die magische Gondel (Zeitenzauber #1)
John Irving – Straße der Wunder
Milena Michiko Flasar – Ich nannte ihn Krawatte
Benedict Wells – Fast genial

Da ich wohl diesen Monat kein Buch mehr auslesen werde (ich lese parallel „Unterleuten“ von Juli Zeh und „Wie Blut so rot“ von Marissa Meyer und beide sind doch recht umfangreich) tippe ich euch heute schon mal meinen Monatsrückblick zusammen.

„Nur“ fünf Bücher waren es in diesem Monat und so richtig kann ich gar nicht erklären, wieso. Klar habe ich an „Straße der Wunder“ etwas länger gelesen, aber irgendwie habe ich auch viel Zeit mit privaten Dingen verbracht. Ab Juni lasse ich die Uni erstmal hinter mir und starte in einen Vollzeitjob – ich habe also auch die letzten Tage mit sehr freier Zeiteinteilung verbracht. Ein Luxusproblem also. Außerdem war sportlich etwas wichtiger. Meine Vorbereitung auf die Thüringer Landesmeisterschaften und die Deutschen Hochschulmeisterschaften. Ersteres liegt jetzt erfolgreich hinter mir und zweiteres folgt dann am nächsten Wochenende. Da ich künftig dann auch mehr pendeln werde, hoffe ich die Zugzeit in erfolgreiche Lesezeit umzuwandeln. Außerdem muss ich wohl wirklich wieder konsequenter einen Redaktionsplan führen, da mir das beim bloggen einfach hilft. Und am Wochenende weniger faul rumliegen ^^ Ich gelobe Besserung!

Was war sonst so los? Die Lesung mit Thees Uhlmann zum Beispiel und die Entdeckung, dass der literarische Herbst großartig wird. Benedict Wells, Kai Meyer und Markus Heitz werden diesen Herbst in Erfurt lesen und ich werde wohl alle drei Lesungen erleben. Die Vorfreude ist groß!

#jdtb16

Wie schon im vergangenen Monat wurde mein Taschenbuch wieder durch die Facebook-Leserunde entschieden und das war dann „Ich nannte ihn Krawatte“ von Milena Michiko Flasar. Auch ich hatte dafür gestimmt, da mich Cover und Kurzbeschreibung interessierten.

162_74656_154307_xxlAutor: Milena Michiko Flasar
Titel: Ich nannte ihn Krawatte
Seiten: 144
ISBN: 978-3-442-74656-9
Zusammenfassung: Wer in einem Lachen nichts anderes als ein Lachen hört, der ist taubIst es Zufall oder eine Entscheidung? Auf einer Parkbank begegnen sich zwei Menschen. Der eine alt, der andere jung, zwei aus dem Rahmen Gefallene. Jeder auf seine Weise, beide radikal, verweigern sie sich der Norm. Erst einem fremden Gegenüber erzählen sie nach und nach ihr Leben und setzen zögernd wieder einen Fuß auf die Erde. Milena Michiko Flašars Parkbank befindet sich in Japan und könnte doch ebenso gut anderswo in der westlichen Welt stehen. Dieser Roman stellt der Angst vor allem, was aus der Norm fällt, die Möglichkeit von Nähe entgegen – sowie die archaische Kraft der Verweigerung.
Link zum Buch

In der Gruppe habe ich mich nur kurz dazu geäußert und wirklich verändert hat sich diese Sicht auch noch nicht. Ich bin immer noch unschlüssig, ob ich es nicht einfach nochmals lesen sollte. Was sagt ihr? Geb ich „Ich nannte ihn Krawatte“ noch eine Chance?

 

 

 

Zwei Monate Buchkaufverzicht

Die Sache mit dem Buchkaufverzicht läuft – auch dank der Bibliotheksmitgliedschaft – einfach nur hervorragend. Selbst bei der Lesung in der Lieblingsbuchhandlung konnte ich beruhigt durch die Regale stöbern ohne den Drang zu verspüren einfach alles zu kaufen. Wenn es ein Buch in der Bibliothek noch nicht gibt, schreibe ich mittlerweile einfach Anschaffungsvorschläge und so wird demnächst wahrscheinlich auch „Abwesenheitsnotiz“ von Lisa Owens für mich verfügbar sein. Auf jeden Fall wächst die Wunschliste der auszuleihenden Bücher mittlerweile schneller als die „Muss ich kaufen“-Liste und das tut dem vollen Bücherregal, meinem Kopf und meinem Geldbeutel gleichermaßen gut!

Habt ihr noch Buchempfehlungen für meine kommenden Bibliotheksbesuche? 

…und zum Schluss: Der Büchermonat in Bildern!

[Rezension] Alle Toten fliegen hoch – Joachim Meyerhoff

IMG_4402„Alle Toten fliegen hoch“ von Joachim Meyerhoff ist das erste Buch für den Lesekreis, der sich passend zu Karlas Buchtipps in der ARD seit einigen Wochen aus einer Facebookgruppe entwickelt hat.
Am 1.April habe ich das Buch also – gleichzeitig mein Taschenbuch im April für #jdtb16 – im Buchladen meines Vertrauens das Buch bestellt und abgeholt und gleich angefangen zu lesen, weil es gepasst hat.

„Alle toten fliegen hoch“ ist der Auftakt einer Trilogie und Meyerhoffs Debütroman. Meyerhoff, Jahrgang 1967, ist manchen vielleicht sonst als Schauspieler und Regiesseur bekannt. Sein Erstlingswerk basiert auf einem Soloprogramm, dass er im Wiener Burgtheater auf die Bühne brachte.

Zum Inhalt

Im Fokus des Geschehens steht der 17jährige Protagonist (von seinem Vater wird er Josse genannt), der aus der verträumten Welt einer norddeutschen Kleinstadt raus will und sich dafür ein Austauschjahr in den USA ausgesucht hat. Beim Auswahlgespräch wird er mit selbstsicheren Großstadtjugendlichen konfrontiert und gibt sich – um seine Chancen auf einen Platz zu erhöhen – im Fragebogen als religiöser Naturbursche aus, der nicht unbedingt die amerikanische Großstadt erlebt haben muss. Der Plan geht auf und er bekommt einen Platz mitten im Nirgendwo in Laramie, Wyoming.

Mein erster Eindruck von Wyoming war: Keine Straßen. Andere Staaten waren überzogen von engmaschigem Straßengewirr. Wyoming war total leer. Eine blaue Straße von links nach rechts knapp über der Staatsgrenze zu Colorade und eine blaue Straße von unten nach oben. Das wars. Die Farbe der Karte: ocker. Dieser Bundesstaat war ein die gesamte Atlasseite überspannendes ödes ockerfarbenes Viereck. Bisschen grüb oben links, das war alles.

Zwischen seinen Versuchen sowohl in der Gastfamilie als auch in der Schule Fuß zu fassen erreicht ihn die Nachricht, dass sein Bruder gestorben ist…

Alle Toten fliegen hoch – Meine Meinung

Durch den Klappentext hatte ich erwartet, dass sich das Buch eingängiger mit dem Tod des Bruders beschäftigt und mehr Einblick in die Seelenwelt dea Protagonisten bietet, der sich ja zu dem Zeitpunkt einfach mal am anderen Ende der Welt befindet.
Bezeichnend ist dabei für mich, dass er sich im Auswahlgespräch für dieses USA Austauschjahr über die Oberflächlichkeiten seiner Mitbewerber auslässt und sich da auch in gewisser Weise über sie stellt; aber: Ist er nicht eigentlich genauso oberflächlich als ihm nach dem Tod des Bruders sein eigenes Außenbild in den USA wichtiger ist als alles andere? Als es ihm wichtiger ist einen Platz im Basketballteam zu kriegen? In der Umgebung seiner Familie wirkt die Trauerbeschreibung für mich wesentlich „realistischer“ als das in seiner Zeit in den USA der Fall ist.
Auf der anderen Seite bewundere ich seine Selbstsicherheit, die er selbst gar nicht so wahrzunehmen scheint. Welcher 17jährige schlendert schon ganz selbstverständlich in Hamburg in die Herbertstraße?

Für mich ist der Protagonist eine recht ambivalente Persönlichkeit – auf der einen Seite so gefestigt, dass er zielstrebig seines Weges geht, auf der anderen Seite aber noch so unsicher über seine eigene Gefühlswelt, dass er sich nach dem Tod des Bruders in Oberflächlichkeiten ergibt. Dies wird auch durch den sprunghaften Erzählstil unterstützt; die Erzähllinie verliert sich mancherorts in Anekdoten und hat dann – für mich – Schwierigkeiten zum Punkt zurückzukommen und die Geschichte voran zu bringen. Andererseits sind diese Anekdoten sehr anschaulich und witzig beschrieben und machen den Humor des Buches aus. Im Allgemeinen würde ich es als klassischen Entwicklungsroman bezeichnen, der durch die „Häppchen“ der einzelnen Anekdoten auch für kurzweilige Unterhaltung sorgt.
Es hätte mich allerdings gereizt noch mehr über das Konfliktpotential (gerade zum jüngsten Sohn der Familie) in der Gastfamilie zu erfahren, da zwar beschrieben wird, dass es Konflikte gibt, aber die Hintergründe fehlen völlig. Dafür wird ausführlich beschrieben, wie sich der Protagonist mit einem Pferd der Familie anfreundet…

Bereits in der Lesegruppe äußerte ich nach dem Lesen das Gefühl irgendwie hin- und hergerissen zu sein und auch nach fast einer Woche hält sich das Gefühl. Daher würde ich sagen, dass man „Alle Toten fliegen hoch“ am besten selbst lesen sollte, um sich ein Bild zu machen, denn alles in allem ist es ein unterhaltsames Werk, dass – wie im nachfolgenden Zitat – auch fast poetisch anmutende Züge annimmt. Allein schon diese Sprache, die Meyerhoff auch für die Beschreibung von banalen Alltagssituationen verwendet, macht das Buch lesenswert.

In meiner Stadt war Stille noch der Urzustand. Beruhigend, aber eben auch anstrengend, da man immer alleine von vorn anfangen musste, Lärm zu machen. Kein Weiterreichen, kein Einklinken – jeder für sich allein in seiner Stille. So brummten auch die Autos an mir vorbei. Aus der Stille kommend, in die Stille fahrend. Die Ziele dieser Autos erfüllten mich mit Langeweile. Garagen oder verkehrsberuhigte Wohnstraßen. Und während der Motor noch warm war, krabbelten die Kleinstädter in ihre heimeligen Betten und versanken gedankenlos in eben dieser Stille. Wie vereinzelt hier alles war. Einzelne Häuser, einzelne Autos, einzelne Bäume.

Die wichtigsten Fakten

3528129700001ZAutor: Joachim Meyerhoff
Titel: Alle Toten fliegen hoch. Amerika.
Verlag: Kiepenheuer&Witsch
Seiten: 321
ISBN: 978-3-462-04436-2
Erscheinungsdatum: 2011
Preis: 9,99€
Zusammenfassung: Von der ersten Seite an folgt der Leser gebannt Meyerhoffs jugendlichem Helden, der sich aufmacht, einen der begehrten Plätze in einer amerikanischen Gastfamilie zu ergattern. Aber schon beim Auswahlgespräch in Hamburg werden ihm die Unterschiede zu den weltläufigen Großstadt-Jugendlichen schmerzlich bewusst. Konsequent gibt er sich im alles entscheidenden Fragebogen als genügsamer, naturbegeisterter und streng religiöser Kleinstädter aus – und findet sich bald darauf in Laramie, Wyoming, wieder, mit Blick auf die Prärie, Pferde und die Rocky Mountains.
Link zum Buch

[Monatsrückblick] Gelesen, Neuzugänge, #jdtb16, Leipziger Buchmesse, #bmb16,

Es ist gut möglich, dass dieser Monatsrückblick etwas länger wird. Viel war los: Ich habe viel gelesen, viele neue Bücher gekauft/bekommen, ich war auf meiner ersten Buchmesse, habe mein erstes „Seminar“ als Bloggerin erlebt. Da will alles jetzt verbloggt werden. Also, lehnt euch zurück, trinkt ’nen Tee und legt euch ein paar Kekse bereit.

Lesemonat: Gelesen im März

Lars Mytting – Die Birken wissen’s noch [05.03.2016]
Anne Freytag – Mein bester letzter Sommer [07.03.2016]
Kai Meyer – Die Seiten der Welt. Blutbuch. [13.03.2016]
Victoria Aveyard – Die rote Königin [16.03.2016]
Thees Uhlmann – Sophia, der Tod und ich [25.03.2016] (Kurzfazit)
Isabel Bogdan – Der Pfau [25.03.2016] (Kurzfazit)
Ann Patchett – Aus Liebe zum Buch [26.03.2016]
Tom Hillenbrand – Der Kaffeedieb [28.03.2016]

Wie ihr seht, habe ich wie im letzten Monat auch schon die Sachen verlinkt, zu denen ich eine Rezension geschrieben habe. Insgesamt fällt es mir schwer im März ein Highlight raus zu picken, denn jedes Buch für sich war klasse. Lars Mytting („Die Birken wissen’s noch“) verpackt Geschichte in große Worte, Tom Hillenbrand („Der Kaffeedieb“) macht aus Geschichte eine Art Abenteuerroman gepaart mit Ocean’s Eleven. Anne Freytag rührt mit „Mein bester letzter Sommer“ zu Tränen, während der Tod mich in Thees Uhlmanns „Sophia, der Tod und ich“ sehr zum Lachen brachte. Victoria Aveyard schreibt mit „Die rote Königin“ ein Buch in der perfekten Mitte von Panem und Throne of Glass und Isabel Bogdan lässt in „Der Pfau“ eine Gruppe Banker in den schottischen Bergen auf einen verrückt gewordenen Pfau treffen. „Die Liebe zum Buch“ (Ann Patchett) ist genauso eine Liebeserklärung an Literatur und Bücher wie Kai Meyers dritter Band der Trilogie „Die Seiten der Welt“ – jedes auf seine Weise lesenswert. Ich kann also diesen Monat weder ein Highlight noch eine Enttäuschung benennen – der März war ein toller Lesemonat!

Insgesamt waren es also acht Bücher mit insgesamt 2.996 Seiten. Macht bei 31 Lesetagen im Schnitt 96 Seiten pro Tag. Nicht schlecht, oder? Das müssten so 1-1 1/2 Stunden Lesezeit pro Tag sein, was für mich Wohlfühlzeit ist.

Bildlich: Neuzugänge im März

Rezensionsexemplare:
Anne Freytag – Mein bester letzter Sommer
Carolin Wahl – Die Traumknüpfer
Susan Jane Gilman – Die Königin der Orchard Street
Victoria Aveyard – Die rote Königin (via Netgalley)

#jdtb16 im März

img_4339 Das Taschenbuch diesen Monats ist das einzige Taschenbuch, dass ich auf der Buchmesse kaufte und auch damit etwas besonderes. Zudem ist es von Kate Morton, deren Bücher für mich auch nach ihrer Lesung in Erfurt zu soetwas wie meiner persönlichen Pflichtlektüre werden werden.

Es war etwas schwer mich zu entscheiden, welches Buch ich von Kate Morton den nun als nächstes lesen möchte und dann stellte bei der Lesung jemand den Chef der Lieblingsbuchhandlung genau diese Frage und der meinte ganz klar „Der verborgene Garten“. Manchmal werden einem also Entscheidungen auch einfach abgenommen. Und wem sollte man trauen wenn nicht einem Buchhändler des Vertrauens?!

Leipziger Buchmesse und buchmesse:blogger sessions 16 #bmb16

Zu meinem ersten Samstag auf der Leipziger Buchmesse sage ich gar nicht viel, denn es war für mich einfach überwältigend. Die Menschenmassen, die Unmengen an Büchern, die Schlangen an manchen Signierschlangen. Zwei Bücher wollte ich auf jeden Fall signiert haben und hatte sie dafür extra mit nach Leipzig genommen: Kai Meyers „Seiten der Welt“ und „Die Traumknüpfer“ von Carolin Wahl. Beides hat geklappt und zusätzlich erstand ich dann noch „Die Diamantkrieger-Saga“ von Bettina Belitz, nachdem ich ihre Lesung in der Warteschlange für Kai Meyer gehört habe. Den restlichen Tag verbrachte ich damit mich durch die Hallen treiben zu lassen und die bunten Kostüme der Cosplayer zu bewundern.

Mein erster „Seminartag“ als Bloggerin begann am Sonntag damit, dass ich endlich Anne kennenlernte, die ich schon aus meinen Tagen im Gilmore Girls Forum kenne und da ich dieses Jahr 10 Jahre Abitur „feiere“, kennen wir uns schon länger als 10 Jahre, da ich auch schon vorher dort aktiv war. Da sie vor mir da war, hielt sie mir nen Platz mit guter Sicht frei :)

Der Tag begann mit der Eröffnung durch Felix Wegener und der wunderbar unflauschigen Rede mit dem Titel „Literaturblogs 2016 – raus aus der Flauschzone!“ von Karla Paul, die ihr hier auch noch nachlesen/nachhören könnt. Im Fokus des ganzen Tages stand also die Professionalisierung und daher entschied ich mich für die Sessions zu rechtlichen Fragen und zum Umgang mit Rezensionsexemplaren.

Während des gesamten Tages schwang immer wieder mal die Diskussion mit, wieso es gerade im Bereich der Literaturblogger nicht genauso selbstverständlich ist für Leistungen zu bezahlen, wie es das bei Beauty- oder auch Lifestyle- bzw. Fitnessblogs der Fall ist.

Kommt raus aus Eurer Nerdecke, werdet Vollprofis für die leidenschaftliche Hingabe zum Buch!

sagte Karla und gab mir den Anstoß mich auch ein bisschen mehr in das Thema „Professionalisierung“ einzulesen. SEO Optimierung mache ich dank Plugin schon eine Weile. Dazugekommen ist daher jetzt eine bessere Analyse von Nutzerdaten und ein Mediakit. Es sind zwar keine so beeindruckenden Zahlen wie andere Blogs sie aufbieten können, aber ein Anfang ist es allemal. Trotzdem bin ich immer noch irgendwie flauschig, aber ich glaube das liegt einfach in meinem Charakter 😉

Im Nebenraum hörte Anne währenddessen anderen Bloggern (u.a. Mara von Buzzaldrins Bücher) zu, die von ihren Blogkonzepten berichteten. Maras Beitrag könnt ihr auch hier nachlesen, was für mich extrem praktisch war.

In der Abschlussdiskussion mit Verlagsvertretern ging es dann erst recht hoch her. Wenn ihr den Hashtag #bmb16 auf Twitter nachlest, könnt ihr einiges davon erahnen. Problematisch ist, dass Bloggern die Objektivität abgesprochen wird, sobald sie finanzielle Gegenleistungen erhalten. Allerdings bekommen Journalisten auch Gehälter und denen spricht man nicht so schnell die Objektivität ab. Wieso muss es bei Literaturbloggern genauso laufen wie bei Beautybloggern, bei denen die Diskussion um Werbung und nicht gekennzeichnetes Sponsoring auch immer wieder hochkocht? Und trotzdem fließen dort immer weiter Gelder. Das ist wohl einfach ein Thema, über das immer und immer wieder gesprochen werden muss und sollte. Meine eigene Meinung? Klar macht mir das Bloggen Spaß und klar freue ich mich auch über Rezensionsexemplare, aber trotzdem verstehe ich die Diskrepanz nicht, die da aufgemacht wird: Es wurde mehrfach betont, welche besondere Rolle Literaturblogger spielen, aber es kam immer wieder ein „aber“ dran.

Woran ich selbst auch noch arbeiten muss, ist einfach Leute ansprechen und auf sie zugehen, aber ich bin halt schüchtern ^^ Insofern hoffe ich, dass ich es zur Buchmesse in Frankfurt schaffe und dort ein bisschen kommunikativer bin. Auch „netzwerken“ muss ja irgendwie gelernt sein.

Eine Linkliste zu Beiträgen zu #bmb16 und zum Thema Professionalisierung findet ihr hier.

Und nun zum Schluss:

Das Buchmesse-Wochenende in Bildern

[Rezension] Joey Goebel – Ich gegen Osborne

[Rezension] Ich gegen Osborne - Mein Taschenbuch im FebruarMein Februar Buch für Das Jahr des Taschenbuchs ist „Ich gegen Osborne“ von Joey Goebel geworden. Wie auch das Januarbuch stand es auf keiner Wunschliste und wurde von mir einfach so im Buchladen meines Vertrauens aufgestöbert.

Wieso gerade dieses Buch?

Ich habe schon vor einigen Jahren „Vincent“ und „Freaks“ gelesen; während oder kurz nach dem Abitur. Als ich also im Buchladen durch das Regal stöberte, fiel mein Blick zuerst auf den Autor. Danach kam der Fakt, dass mich die Bücher des Diogenes Verlags immer irgendwie anziehen – das zeitlose Cover hat es mir angetan.

Meine Gedanken zum Buch

James Weinbach ist auf den ersten Blick ein typischer Außenseiter – das sieht er selbst so und das scheinen auch seine Mitschüler so zu sehen. „Ich gegen Osborne“ führt uns von 7:47 bis 15:34 Uhr durch sein Leben am ersten Schultag nach dem berühmt berüchtigten Spring Break; Unterrichtsstunden und Pausen erleben wir mit ihm und seinen Mitschülern. James trägt jeden Tag einen Anzug zur Schule, fühlt sich als einziger Schüler, der noch Klasse hat, und steht in seinen Augen über seinen Mitschülern. Nachdem er in einer Stunde einen Auszug seines Romans vorgestellt hat, eskaliert alles und James kämpft für das, was er als Überzeugung lebt: Seinen Mitschülern zeigen, dass ihr Verhalten keine Klasse hat.

Sonntägliche Leseauszeit im Familientrubel

Sonntägliche Leseauszeit im Familientrubel

Wir sehen James in Interaktion mit Mitschülern und den wenigen Menschen, die man als seine Freunde ansehen könnte, auch wenn hier die Beziehung auch nicht unbedingt eine sehr innige ist. James blickt selten wirklich hinter die Fassaden, die auch die anderen mit sich herum tragen und das fällt ihm schlussendlich auf die Füße.

Meine Sichtweise auf James ist recht zwiegespalten: Sein Verhalten seinen Mitschülern gegenüber hat leider das Manko, dass es eigentlich genau das vermissen lässt, was er ihnen vorwirft – Klasse und Stil. Er verlässt sich ebenso auf Gerüchte, wie die anderen auch, und verurteilt auf Basis dieser Gerüchte seine Freundin Chloe. Seine zynische Art macht es schwer ihn wirklich zu mögen, auch wenn man um seine Hintergrundgeschichte weiß. Er stellt sich über alle und muss erst im Verlauf scheint ihm dies selbst auch mal bewusst zu werden; dazu muss es jedoch erst zum offenen Konflikt kommen. Klar ist diese Generation vielleicht oberflächlich, aber jeder hat doch das Recht, so zu leben wie er möchte (innerhalb festgelegter gesellschaftlicher Regeln und Gesetze). Trotzdem ist er auch bemüht, jedem freundlich gegenüberzutreten und als positives Beispiel seine Mitschüler zu beeinflussen.

Insgesamt bin ich nicht sicher, ob „Ich gegen Osborn“ die Individualität feiert oder die Konformität verteidigt. Vielleicht ist James‘ Geschichte aber auch nur ein Appell, sich auch mal die Mühe zu machen, hinter die Masken seiner Mitmenschen zu schauen; der draufgängerische Lieblingschüler ist vielleicht mehr als nur der Verführer aller Mädchen während des Spring Break.

Allerdings bin ich nach wie vor von Goebels Witz überzeugt. Zitate wie das untenstehende, brachten mich einige Male zum Lachen und bleiben nachhaltig in meinem Kopf (und im kleinen PostIt auf der entsprechenden Seite) erhalten.

Eigentlich hieß er Samuel, bestand aber darauf, dass man ihn Shitty nannte. Der Name passte; er sah aus wie jemand, den man irgendwo zufällig fand. Man suchte ihn nie auf, sondern fand ihn zufällig wie überfahrene Tiere.

Joey Goebel: Ich gegen Osborne, Zürich 2013, Seite 226.

Auch der Zwiespalt über James als Protagonist ist kein negativer Fakt, denn für mich ist das ein Punkt, über den man nachdenken sollte: Wie geht man mit sich selbst und seinen Mitmenschen am pfleglichsten um, sodass man sowohl die Ansprüche an sich selbst leben kann, aber diese Ansprüche nicht zunichte macht, indem man sich über alle anderen stellt.

Die wichtigsten Fakten

IchGegenOsborne-189x300Autor: Joey Goebel
Titel: Ich gegen Osborne
Verlag: Diogenes Verlag
Seiten: 512
ISBN: 978-3-257-24284-3
Zusammenfassung: Er ist ein Unikat in einer Welt, in der sich jeder durch Originalität abheben will. Er ist als Einziger erwachsen in einer Welt mit kindischen Spielregeln. Und der Einzige, der sich noch nach etwas sehnt und auch dafür kämpft: der Schüler James Weinbach. Mit „Ich gegen Osborne“ zieht Joey Goebel der amerikanischen Partygesellschaft den Stecker!
Link zum Buch